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Verzicht auf Kampfflieger

Die Schäden durch das Hochwasser in Tschechien sind höher als erwartet. Geld für Rüstung ist nicht mehr übrig

PRAG dpa/rtr ■ Wegen der Kosten der Flutkatastrophe in Tschechien will das Verteidigungsministerium in Prag auf die geplante Anschaffung von 24 Kampfflugzeugen im Wert von zwei Milliarden Dollar verzichten. Der Kauf der Maschinen wäre der größte Rüstungsauftrag in der Geschichte Tschechiens gewesen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte gestern, das Ministerium werde dem Kabinett einen neuen Vorschlag für die Sicherung des Luftraumes unterbreiten.

Nach dem verheerenden Hochwasser werden in Tschechien nun weitaus größere Schäden an der Bausubstanz befürchtet als erwartet. In mehreren Ortschaften müssten vermutlich viele Wohnhäuser abgerissen werden, die durch die Überschwemmungen instabil geworden seien, berichtet ein Rundfunksender. In Prag wurde am Sonntag nach dem Einsturz des bereits dritten Hauses die Rückkehr der Bewohner in evakuierte Viertel gestoppt. Die historische Bausubstanz sei auch in vielen Städten beschädigt worden, so der Rundfunksender weiter. Die Karlsbrücke in Prag soll nach etwa einwöchiger Sperrung an diesem Dienstag wieder geöffnet werden. Nach Angaben der Statiker hat die reißende Moldau das berühmte Bauwerk nicht beschädigt.

Im Chemiewerk Spolana Neratovice in Nordböhmen wurde in der Nacht zum Montag die Räumung eines Chlorlagers weitgehend abgeschlossen. Weiter gab es keine verlässlichen Angaben, wie viel giftige Stoffe das Hochwasser in die Elbe gespült haben könnte. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace sollen die Ergebnisse ihrer Wasserproben in etwa zehn Tagen vorliegen.

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