: Verramschung von Geschichte-betr.: "Im Zweifel menschlich", taz vom 27.9.89
betr.: „Im Zweifel menschlich“, taz vom 27.9.89
Kein Zweifel: Hartungs Herz schlägt für die kleinen und nicht so kleinen GeschäftemacherInnen vom Polenmarkt. Daß derlei Schwarzmarktökonomie stets auf Kosten der wirtschaftlich Schwächeren geht, also Polens insgesamt beziehungsweise der in diesem edlen Gewerbe nicht so geübten PolInnen, juckt Hartung nicht. Hauptsache Markt, Markt, Markt.
Sogar den 50. Jahrestag des Überfalls auf Polen bemüht er, um die bisherige „unmenschliche Vertreibung“ der GeschäftemacherInnen anzuprangern. Es ist die pure Verramschung von Geschichte, was er da treibt. Die aber paßt zu einem Blatt, das es fertiggebracht hat, den 50. Jahrestag des Überfalls auf Polen zugunsten des jetzt im Unternehmen „Big Rüberhole“ kulminierenden BRD-Jubiläums pflichtgemäß desinteressiert abzuhaken.
Dagmar Cullmann, Euskirchen
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen