Verleihung Henri-Nannen-Preis: Den Preis für Fleiß

Der Henry-Nannen-Preis zeichnet alljährlich die wichtigsten deutschen Journalistenbeiträge aus. In diesem Jahr sorgte die vergabe für "Beste investigative Leistung" allerdings für Zoff.

Feierliche Nannen-Preis-Verleihung im Hamburger Schauspielhaus Bild: screenshot www.henri-nannen-preis.de

"Erlesene Schreibwaren" werden alljährlich beim Henri-Nannen-Preis, einem der wichtigsten deutschen Journalistenpreise für das gedruckte Wort, ausgezeichnet. Nun ist es wieder so weit: "Ein Abend wie ein Erdbeben" verspricht die Homepage des vom Hamburger Großverlag Gruner + Jahr ausgelobten Preises, der nach dem legendären Stern-Gründer benannt ist.

In der Kategorie "Beste investigative Leistung" muss allerdings zwischenzeitlich schon mal die Erde gebebt bzw. sich aufgetan haben: Hier verschwand der Stern-Beitrag "Wer hat, dem wird gegeben" von Brigitte Alfter und Hans-Martin Tillack von der Nominierten-Liste,

obwohl die mit namhaften Journalisten besetzte Vorjury das Stück dort aus guten Gründen hingesetzt hatte. Immerhin geht es darin um eine geheime Auflistung zu den EU-Agrarsubventionen. Die brisante Erkenntnis: Blaublütige Großgrundbesitzer und Lebensmittelmultis profitieren überproportional, während der Durchschnittsbauer eher mickrig abgespeist wird. Bei Nannens sah man das wohl anders.

Dafür findet sich jetzt die FAZ-Serie "Wie im Krimi - Die Methoden der GEZ" in der Liste der preiswürdigen investigativen Leistungen. Keine Frage: Die Sammlung allgegenwärtiger Absurditäten der ungeliebten Gebühreneinzugszentrale von ARD und ZDF und ihrer "Beauftragten" liest sich flott und macht Spaß - nur was ist an solcher Fleißarbeit investigativ? Kann man heute abend in Hamburg ja mal drüber reden.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de