: Vergleichsweise teuer
■ An den Tankstellen steht die erste Preisrunde in Euro bevor
Die Autofahrer in Deutschland müssen künftig bei den Benzinpreisen auch die Stelle nach dem Komma vergleichen. Neben den gewohnten neun Zehntelcent werden auch vier Zehntelcent zu den künftigen Euro-Preisen an den Zapfsäulen gehören. Das zeichnete sich gestern bei einer Umfrage am zweiten Geschäftstag nach der Euro-Bargeldeinführung ab. Somit bleibt das bisherige Preisintervall von einem Pfennig erhalten und Unternehmen wie Conoco (Jet-Tankstellen) können sich preislich knapp unter die großen Markengesellschaften legen.
Die größte deutsche Tankstellenkette Aral hat ihre Tankstellenpreise inzwischen abgerundet, so dass sie auf einen Schwellenpreis mit einer 9 am Ende kommt. „Wir haben damit auf den Wettbewerb reagiert“, sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg. Der Marktführer hatte mit einer korrekten Umrechnung zum Jahreswechsel zahlreiche verschiedene Werte für die Bruchstelle hinter dem Komma herausbekommen. Das hatte zu Kritik bei Autofahrerverbänden geführt, die der Branche Verwirrung und Irreführung der Verbraucher vorgeworfen hatten.
Die erste Preisrunde in Euro dürfte nach Angaben aus der Branche kurz bevorstehen. Während die Tankstellenpreise in Deutschland ohne die neue Stufe der Öko-Steuer über Silvester und Neujahr zurückgegangen wären, sind sie am europäischen Ölmarkt in Rotterdam gestiegen. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent kostet bereits über 21 Dollar je Barrel (159 Liter) und auch die Großhandelspreise für Benzin und Diesel gingen in die Höhe. In einer solchen Situation erhöhen die Mineralölkonzerne in der Regel die Preise. Im vergangenen Jahr gab es rund 60 Preisrunden an den Tankstellen. lno
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen