: Uuh, aah, Shushiba
Die Schuhe schob der Shushiba
am Hof zu China einst,
so sanft, wie es nur möglich war:
„Ich mag nicht, wenn Du weinst“.
May Lin, das Mädchen Morgenlicht,
war traurig von Geburt,
seit siebzehn Jahren Schmerzgesicht,
die Zehen zog ein Gurt.
Als Shushiba die Schuhe schob,
da lachte May Lins Herz,
die Füßchen quer hinein er hob,
seit, vor, rück, auf, abwärts.
Lange Puschen, breite Knobel,
Botten, Boots und alte Hobel
vom Vater gab der Shushiba
May Lin, die sich den Spann besah
wie Madame Susi von Hof zehn.
Sie wippte hin und schlappte her,
es quietschte kaum, es klongte mehr:
„Jetzt kann ich endlich mit Dir gehn.“
Am Morgen fand der Kaiser blaß,
auf einem Sohlenberg
den Mandarin, die Tochter naß
vom wilden Schiebewerk.
Zum Kopfabhacken schon bereit,
sah er der Füßchen Klump,
erlöste beide von dem Leid,
der alte Mandshu-Lump.
Befreit von Fesseln zog das Paar,
barfuß und Hand in Hand,
von Phanta bis Malaysia,
wo es die Liebe fand.
Michael Ringel
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