Urlaubsreisen nach Corona: Es darf gestrandet werden

Die Reisewarnungen für 27 EU-Länder fallen weg, Flieger und Bahn starten wieder. Wer wegen Corona im Ausland sitzen bleibt, wird nicht zurückgeholt.

Voller Strand in Barcelona im Juni 2020

Wundervoll idyllischer Strand bei Barcelona vor ein paar Tagen Foto: Emilio Morenatti/AP

BERLIN dpa/taz | Von Montag an können Urlauber*innen aus Deutschland wieder zu Zielen in Europa aufbrechen. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vom 17. März als Folge der Coronapandemie wird voraussichtlich am Montag für 27 europäische Staaten aufgehoben. Kostenlose Stornierungen sind damit nicht mehr generell möglich.

Dafür wird die Bundesregierung ausführliche Hinweise geben, in denen über die landesspezifischen Risiken informiert wird. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht. Zugleich lassen die meisten Länder wieder Touristen einreisen.

Spanien als Urlaubsland Nummer eins der Bundesbürger im Ausland ist erst ab 1. Juli dabei. Doch bis zu 10.900 Menschen sollen für einen Test von Montag an nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln fliegen dürfen. Auch für Schweden, Norwegen und Finnland werden Reisewarnungen voraussichtlich erst später aufgehoben.

Nach knapp drei Monaten öffnete Polen seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern in der Nacht zum Samstag wieder. An Grenzorten wurde das gefeiert. Fast alle anderen EU-Staaten folgen an diesem Montag. Die Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland enden in der Nacht zum Montag um Mitternacht. Lediglich die lange zuvor eingeführten Kontrollen gegen Migration an der Grenze zu Österreich bleiben bestehen.

Virenfreie Kabinenluft alle drei Minuten

Flughäfen, Airlines und Reiseveranstalter haben sich mit Hygiene- und Sicherheitskonzepten auf den Neustart des Tourismus ins Ausland vorbereitet. Wie, das beschreibt etwa die Lufthansa auf ihrer Homepage: Bereits im Flughafen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, Kontrollen können länger dauern. Beim Boarding ist Abstand zu halten. Trotzdem kann es sein, dass man im Flieger auf einmal neben jemandem Fremden sitzt: Die Luft in der Kabine werde binnen drei Minuten ausgetauscht und habe dann eine exzellente Qualität, schreibt die Airline. Gemeinsam mit einem Mundschutz reiche das aus – auch wenn man sich bei geringer Auslastung bemühe, die Reisenden möglichst weiträumig im Flugzeug zu verteilen. Die Lufthansa weitet ihr Angebot ab Montag aus. Andere Anbieter starten die ersten Ferienflieger bereits ab Mittwoch.

Nach mehreren Jahrzehnten gibt es wieder eine Bahn-Direktverbindung Berlin–Wien

Die Deutsche Bahn will bis Ende Juni wieder in alle Nachbarländer fahren. Das Angebot wird schrittweise hochgefahren. Gemeinsam mit den Bahnen Tschechiens und Österreichs führt die Bahn außerdem ab dem 16. Juni nach mehreren Jahrzehnten auch wieder eine Direktverbindung Berlin–Dresden–Prag–Wien ein. Ab dem 22. Juni soll auch der Eurocity nach Polen zwischen Berlin und Warschau wieder fahren.

Vom 25. Juni an ein Eurocity von München nach Innsbruck weiter nach Italien. Ab dem 27. Juni sollen auch Berliner mit einem ICE nach Innsbruck in die Berge fahren können. Das Angebot Richtung Schweiz, Österreich und Niederlande ist schon komplett. Auch in Zügen gilt Maskenpflicht, Verstöße werden aber nicht geahndet. Dafür kann man in den Bordbistros Masken für 1,5 Euro kaufen.

Für mehr als 160 Staaten soll die Reisewarnung zunächst bis zum 31. August verlängert werden. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte aber klargemacht, dass es auch da noch Ausnahmen geben könnte – zum Beispiele für beliebte Urlaubsländer wie die Türkei, die bereits den Flugverkehr nach Deutschland wieder aufgenommen hat. Die türkische Regierung dringt auf eine Aufhebung der Reisewarnungen „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“.

Wer im Ausland strandet, könnte Pech haben: Eine Rückholaktion für 240.000 Touristen, wie nach Ausbruch der Coronapandemie, wird es nach Angaben des Auswärtigen Amts nicht noch einmal geben. Die betreffenden Reisenden sollen bald ihre Rechnungen erhalten. „Die Teilnehmer werden individuell über den jeweils zu tragenden Kostenanteil in den nächsten Tagen und Wochen informiert“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

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