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Unredliches Diktat

KOMMENTAR

Unredliches Diktat

Traute Müller ist wahrlich nicht um ihre Aufgabe zu beneiden: Sie soll die Rechten im Senat und die AktivistInnen der Roten Flora auf eine gemeinsame Linie für eine Zukunft des Stadtteilzentrums einschwören.

Ihre Kollegen Voscherau und Hackmann pfiffen sie zurück, als sie versuchte, die Bedingungen für den Weiterbestand des Zentrums an den Rändern aufzuweichen. Und die RotfloristInnen empfinden die augenblicklichen „Verhandlungen“ zu recht als Diktat. Ihr einziger Verhandlungsspielraum: Vorschläge zu machen, welche soziale Einrichtung ihnen die Häfte ihres Zentrums abnehmen soll.

Daß es längst nicht mehr um die Frage nach dem realen Bedarf an Kindertagesheimplätzen im Schanzenviertel geht, zeigt die absurde Tatsache, daß die Kinderbetreuung nur im Obergeschoß der Roten Flora, keinesfalls aber in einem neuen Anbau stattfinden soll. Doch hier könnte die Kompromißlinie liegen. Der Senat würde damit sein Kindertagesheim und seinen heißbegehrten zweiten Träger bekommen. Er würde sein Gesicht wahren. Und die Rote Flora ihre Räume behalten.

Schlagen Hamburgs SenatorInnen diese Variante aus, müssen sie sich den Vorwurf gefallen lassen, den Tagesheim-Notstand nur benutzt zu haben, einem unbequemen Stadtteilzentrum den Garaus zu machen. Marco Carini

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