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Unfallstatistik für BerlinMehr Verkehrsunfälle, aber weniger Schwerverletzte

Die Zahl der Autos in Berlin steigt, die Zahl der Verkehrsunfälle ebenso. Dabei wurden 2025 mehr Menschen leicht verletzt als im Vorjahr.

Autos: Gefährlich für Fah­re­r:in­nen und Umwelt Foto: dpa

dpa | Berlin wächst weiter, es gibt mehr Einwohner und Autos – und auch mehr Verkehrsunfälle. Die Polizei zählte im vergangenen Jahr 137.373 Unfälle (2024: rund 133.000), die allermeisten davon nur mit Blechschäden, wie aus der am Morgen vorgestellten Unfallstatistik 2025 hervorgeht.

Bei den rund 14.000 Unfällen mit Personenschäden wurden etwa 17.000 Menschen verletzt (+525). Es gab 1.840 Schwerverletzte, 60 weniger als in den letzten Jahren. Dazu kamen 15.128 Leichtverletzte. 37 Menschen starben im Straßenverkehr, auch diese Zahl ist viel niedriger als 2024 (55).

Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel betonte, trotz des Anstiegs gebe es weiterhin weniger Unfälle als in den Jahren 2016 bis 2019 vor der Coronapandemie. Berlin habe inzwischen 3,9 Millionen Einwohner, es gebe 1,6 Millionen Kraftfahrzeuge (+ 75.000 gegenüber 2024), 3 Millionen Fahrräder und 70.000 E-Scooter. Zusätzlich seien zahlreiche Pendler und Touristen in der Stadt unterwegs. „Es verdichtet sich der Verkehr auf den Flächen immer weiter.“

Überproportional seien bei den Unfällen Senioren und Kinder betroffen, so die Polizei. Die Menschen über 65 Jahren seien bei manchen Unfallarten eine Hauptrisikogruppe. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte: „Ein Mehr an Verkehrssicherheit erreichen wir nur gemeinsam. Jeder Teilnehmer trägt Verantwortung. Das geht nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme.“

Schuld sind meist Autofahrer

68 Prozent der Unfälle wurden der Statistik zufolge von Autofahrern verursacht. Bei rund 11 Prozent waren es Lkw-Fahrer. Radfahrer (3 Prozent) und Fußgänger (0,9 Prozent) waren deutlich seltener schuld. Nach Altersgruppen trugen vor allem Menschen im Erwachsenenalter von 25 bis 64 Jahren (63 Prozent) Verantwortung für Unfälle, es folgten Senioren (12 Prozent) und junge Erwachsene (11 Prozent).

Bei den 37 tödlichen Unfällen lag die Schuld den Angaben zufolge etwa zur Hälfte bei den Todesopfern und zur anderen Hälfte am anderen Verkehrsteilnehmer. 17 Tote waren Fußgänger, 8 saßen im Auto und jeweils 5 Radfahrer oder Motorrad- oder Rollerfahrer. Dazu kamen zwei sonstige Teilnehmer. Auffällig waren die 22 Senioren unter den 37 Toten.

Die Zahl der Unfälle von Fahrern von E-Scootern stieg auf inzwischen 1.378. 969 Fahrer wurden verletzt – mehr als doppelt so viel wie noch 2021 (414). Fast 100 Scooterfahrer erlitten so schwere Verletzungen, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten.

182 illegale Rennen von mindestens zwei Autofahrern wurden von der Polizei erfasst, die höchste Zahl der letzten Jahre. Dazu kamen 307 Fälle von Raserei auf der Flucht vor der Polizei und 156 sogenannte Einzelrennen, bei denen ein Fahrer alleine durch die Gegend rast.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wies auf die weiterhin bestehenden Gefahren hin: „Wenngleich die Zahl der Todesopfer und Schwerstverletzten zurückging, sorgen vor allem überhöhte Geschwindigkeit, die Missachtung von Vorfahrtsregeln und Abbiegeunfälle für weiter hohe Unfallzahlen.“

Die Grünen kritisierten: „Die Vision einer sicheren Stadt ohne Verkehrstote und Schwerverletzte rückt in weite Ferne. Mit ihrer Verkehrspolitik gefährdet die CDU die Sicherheit auf Berlins Straßen.“ 37 Verkehrstote und über 17.000 Verletzte, davon 662 Kinder, seien zu viel. „Das sind 525 Menschen mehr als im Vorjahr, die auf Berlins Straßen verletzt wurden.“

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