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Überfall auf Stadtteilfest

■ Schwere Skin-Krawalle in Bergedorf / 20 Festnahmen / Besucher bekam Messerstich in die Schulter, Polizist Gas ins Gesicht

/ 20 Festnahmen / Besucher bekam Messerstich in die Schulter, Polizist Gas ins Gesicht

Bergedorfs Skinheads lernen offensichtlich nie dazu: Der Prozeß gegen drei Ex-Glatzen, die sich vor dem Landgericht Hamburg wegen versuchten Totschlags verantworten müssen, weil sie im Sommer vergangenen Jahres bei einem Überfall auf das Disco-Schiff „Kogge“ einen Türken durch Tritte lebensgefährlich verletzt haben, ist noch nicht zu Ende — da greifen am Sonntag morgen die Rechtsradikalen auf einem Bergedorfer Stadtteilfest erneut Menschen brutal an.

Die schweren Krawalle begannen um kurz vor zwei Uhr, gerade als die Buden des „City-Partner“- Stadtteilfestes ihre Pforten schlossen. Nach Polizeiangaben griffen rund 30 Skins eine Gruppe von 100 jugendlichen FestbesucherInnen an, die vor dem Lokal „Klein Kelckersdorf“ gefeiert hatten. Während in der Vergangenheit Skins in Bergedorf vor allem wegen ihrer rassistischen Überfälle auf Ausländer für Aufregung sorgten, war dieses mal wohl eine x-beliebige Gruppe von Jugendlichen Zielscheibe der Skin- Aggression.

Dabei entwickelte sich nach Augenzeugenberichten eine regelrechte Straßenschlacht, bei der ein Festbesucher durch einen Messerstich von Skins an der Schulter verletzt wurde. Die Polizei gab Großalarm: 23 Streifenwagen der Landesreserve Hamburg rasten zum Stadtteilfest in Hamburgs Osten, gingen nach einiger Zeit zwischen die beiden „rivalisierenden Jugendgruppen“ (O-Ton: Polizeibericht).

Die rechtsradikalen und alkoholisierten Skins, denen enge Kontakte zur neofaschistischen „Nationalen Liste“ (NL) nachgesagt werden, ließen jedoch nicht locker: In weiteren Anläufen gingen die Glatzen nunmehr auf eine Gruppe von „City-Partner“-Kaufleuten los, die offensichtlich Angst um ihre Buden hatten. Auch hierbei gab es wieder kräftige Blessuren. Die darauf folgenden Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Skins dauerten bis in die Morgenstunden an. Polizeisprecher Wolfgang Lüdtke zur taz: „Die Skinheads haben sich immer wieder an neuen Treffpunkten gesammelt.“ Insgesamt nahm die Polizei während der Auseinandersetzungen neun Glatzen fest, elf Rechtsradikale wurden in Gewahrsam genommen. Ein Polizeibeamter bekam bei den Ausschreitungen von Skins eine Ladung Tränengas ins Gesicht und mußte mit Ätzverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Peter Müller

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