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USA schwenken in Syrien-Strategie umSturz Assads bekommt Priorität

Mal wieder alles anders. Kürzlich hieß es, noch, Assads Entmachtung sei nicht das oberste Ziel, jetzt will nicht nur die US-Botschafterin bei den UN genau das.

rtr | Die USA streben nach ihrem Angriff auf einen Militärstützpunkt nun auch den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad an. Ein Regime-Wechsel sei neben dem Kampf gegen die IS-Islamisten und dem Zurückdrängen des iranischen Einflusses eine der Prioritäten der Regierung von Präsident Donald Trump in dem Bürgerkriegsland, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, in einem CNN-Interview und deutete damit einen Kurswechsel in Washington an. „Wir sehen kein friedliches Syrien mit Assad.“ Noch vor wenigen Wochen hatte Haley erklärt, anders als für die Vorgänger-Regierung unter Barack Obama habe ein Sturz Assads für die USA keinen Vorrang mehr.

Außenminister Rex Tillerson äußerte sich etwas zurückhaltender. Oberste Priorität habe der Kampf gegen die Miliz Islamischer Staat (IS), sagte Tillerson in einem CBS-Interview, das ebenfalls am Sonntag in voller Länge ausgestrahlt werden sollte. Wenn die Bedrohung durch die IS-Miliz eliminiert oder eingedämmt sei, könne man den Fokus auf eine Stabilisierung Syriens und den Start eines Prozesses für eine politische Lösung richten.

Trump hatte sich im Wahlkampf immer wieder gegen militärische Eingriffe in Syrien ausgesprochen. Er macht jetzt aber das Assad-Regime dafür verantwortlich, Giftgas gegen die Bevölkerung in einer Rebellenhochburg eingesetzt zu haben und hat damit den Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis am Freitag gerechtfertigt.

Erstmals forderte auch ein hochrangiger Schiiten-Vertreter im Irak den Rücktritt Assads. Der Prediger Moktada al-Sadr erklärte am Sonntag, Assad solle die „historische, heldenhafte Entscheidung“ treffen, bevor es zu spät sei. Mit einem Rücktritt „aus Liebe zu Syrien“ würde der Präsident seinem Land „die Leiden des Kriegs und des Terrorismus“ ersparen.

Auch Türkei und Irak fordern Rücktritt Assads

Zugleich verurteilte Sadr den US-Raketenangriff. Dieser würde „die Region in den Krieg ziehen“ und könne die Ausbreitung der Miliz Islamischer Staat (IS) fördern. Der Irak ist im Kampf gegen die IS-Extremisten mit den USA verbündet. Die schiitische Regierung in Bagdad hat aber auch gute Beziehungen zum ebenfalls schiitischen Nachbarn Iran, der zusammen mit Russland Assad an der Macht hält.

Auch die Türkei forderte am Sonntag indirekt den Rücktritt von Assad. Russland müsse seine Unterstützung für den syrischen Präsidenten beenden, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu dem Sender TRT Haber.

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6 Kommentare

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  • Friedrich Grimm

    ...."ehen kein friedliches Syrien mit Assad." Mit wem denn haben die USA ein "friedliches" System im Irak oder in Libyen geshen?

    Ich sehe mit den USA keine friedliche Welt, denn für viele kriegerische Auseinandersetzungen in der Vergangenheit wie in der Gegenwart tragen die USA die Schuld. Und genau diese Nation will der Welt vorschreiben was sie zu tun und zu lassen hat.

    Und dann hat natürlich unsere Frau Merkel für Trumps Raketenbombardement auf Syrien Verständnis. Verständnis hatte sie auch für alle anderen Verbrechen (Irak usw.), die die USA im Namen der Demokratie begangen hat.

  • Gemeiner Hai

    "Mit einem Rücktritt "aus Liebe zu Syrien" würde der Präsident seinem Land "die Leiden des Kriegs und des Terrorismus" ersparen."

     

    Absolut überzeugende Argumentation. Denn sofort nach dem Abtritt Assads werden die Terroristen schön brav nach Hause gehen und ihre bisherigen Leben fortführen. Nach dem Abzug der Roten Armee aus Afghanistan lief es ja haargenau so - oder etwa nicht?^^

  • Georg Dallmann

    Sturz Assads? Das ist doch Schwachsinn!

    Schlimmer geht nimmer? DOCH!!

    Wenn Assad weg ist, dann sitzen dort Radikalislamisten von Al Qaida bis IS in der "Regierung". Ist das dann besser?

    Es gibt KEINE "vernünftige" Lösung für Syrien.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Ist die Überschrift angesichts der eher wagen Aussage des Vorgesetzten von Frau Haley nicht etwas übertrieben?

    • the real günni

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      das nennt man diplomatie

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @the real günni:

        Die Amerikaner halten sich alle Wege offen. Das ist schon klar. Die Überschrift suggeriert aber, dass eine feste Entscheidung gefallen ist.