: USA schicken 2.000 Soldaten nach Ruanda
■ „Operation Support Hope“ läuft heute an: US-Soldaten nach Ruanda, Zaire, Uganda und Kenia / Milizen marodieren in der französischen „Schutzzone“
Stuttgart/Kigali (AFP/dpa/AP) US-amerikanische Truppen sollen „das Sterben der ruandischen Flüchtlinge stoppen“. Wie der Kommandierende General der US-amerikanischen Armee in Europa, George A. Joulwan, gestern in Stuttgart mitteilte, werden sich 4.000 US-Soldaten an einer drei bis sechs Monate andauernden Aktion namens „Operation Support Hope“ beteiligen. Die USA schicken etwa 1.000 Soldaten in die Flüchtlingslager in Ostzaire, darüber hinaus sollen bis zu 3.000 US- Militärs in Ruanda selbst sowie an den Stationen der amerikanischen Luftbrücke in Mombasa (Kenia) und Entebbe (Uganda) stationiert werden.
Vier Monate nach dem Scheitern der US-Mission in Somalia kehren damit erstmals wieder amerikanische Soldaten nach Afrika zurück. Die an der Ruanda- Aktion beteiligten US-Militärs seien allerdings keine Friedenstruppen, sondern hätten rein humanitäre Aufgaben, sagte Joulwan. Wichtigstes Ziel sei, das Sterben unter den Flüchtlingen zu beenden.
Aus US-Militärkreisen in Uganda wurde bekannt, daß die ersten US-Soldaten heute aus dem ugandischen Entebbe in Richtung der ruandischen Hauptstadt Kigali aufbrechen sollen. Zur Zeit sind in Goma 71 US-Soldaten stationiert, in Entebbe 407. Insgesamt wollen die USA 2.000 Soldaten in Ruanda selbst stationieren. Oberbefehlshaber Joulwan erklärte, die US-Truppen arbeiteten eng mit den französischen Einheiten und dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zusammen. Er sprach von guten Beziehungen zur neuen ruandischen Regierung. Um die Rückkehr der Flüchtlinge zu erleichtern, wollten die Amerikaner in Ruanda sechs Wegstationen einrichten, an denen Wasser, Medikamente und Lebensmittel verteilt werden sollten. Erst dann wollen die Einsatztruppen nach den Worten Joulwans die Lage in Ruanda so „stabilisieren“, daß die Flüchtlinge dauerhaft im Land bleiben. Ob die US-Truppen dabei auch Gewalt einsetzen wollen, sagte der General nicht.
Aus der französischen „Schutzzone“ im Südwesten Ruandas wurden unterdessen schwere Übergriffe durch ruandische Milizen, die das gestürzte Regime unterstützen, gemeldet. Die bewaffneten Trupps lieferten sich Gefechte mit den Franzosen, verwüsteten ganze Dörfer und hätten es darauf abgesehen, die Gegend durch die Verbreitung von Chaos unregierbar zu machen, berichtete BBC. Das Rote Kreuz warnte, daß in Südruanda eine neue Katastrophe drohe. Eine halbe Million Flüchtlinge seien in einem viel schlechteren Zustand als die nach Zaire geflüchteten Ruander.
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