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U-Boot Engholm

■ SPD-Ministerpräsident im CDU-Landesvorstand

Kiel (taz) - Die einstige Schleswig-Holsteinische Einheitspartei CDU ist auch nach der Barschel-Affäre noch für Seltsamkeiten gut. Am Wochendende wurde in Kiel bekannt, daß Ministerpräsident Björn Engholm (SPD) Mitglied des CDU -Landesvorstandes ist - kraft Amtes. Die gültige Satzung des christdemokratischen Landesverbandes schreibt die Mitgliedschaft des Regierungschefs im Parteivorstand zwingend vor.

Engholm will - so teilte sein Pressesprecher Herbert Wessels mit - nächstens von seinem Recht Gebrauch machen, das ihm mindestens bis zum nächsten Landesparteitag der Union bleibt. Der Ministerpräsident habe bisher vom CDU -Generalsekretär Peter Uwe Conrad lediglich eine mündliche Einladung zu einer Vorstandssitzung erhalten. In der Staatskanzlei warte man nun auf eine „frist- und formgerechte Einladung“. Engholm wolle schließlich, so sein Sprecher, „jede Chance nutzen, um Überzeugungsarbeit für die SPD zu leisten“.

Nach dem Regierungswechsel 1988 war in der CDU offenbar vergessen worden, sich auch satzungsmäßig auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Immerhin war das Land zwischen den Meeren 37 Jahre lang von CDU-Männern regiert worden.

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