: Truppenabzug aus Litauen gestoppt
Moskau (dpa) — Die Verzögerung des Abzugs der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte aus Litauen hat der Pressesprecher des Parlaments in Wilna, Audrius Azubalis, gestern als „betrügerisches Spiel in den Augen der Weltöffentlichkeit“ kritisiert. Die in Mickunai, 15 Kilometer südlich von Wilna, stationierte Luftabwehreinheit hatte sich am Dienstag nicht wie vereinbart aus Litauen zurückgezogen. Der Kommandeur der Einheit, Oberst Wladimir Grigorjew, nannte den 3. oder 4. März als neuen Termin. Azubalis betonte vor Journalisten erneut, daß die litauische Führung den Abzug der Soldaten aus Mickunai ohnehin als unzureichend betrachte. Der litauische Parlamentspräsident Vytautas Landsbergis und der russische Präsident Boris Jelzin hätten vereinbart, daß die in Wilna stationierten Truppen zuerst abgezogen werden sollten. Im sogenannten Nordstädtchen, der Garnison in Wilna, befinden sich nach litauischen Schätzungen noch etwa 2.000 Soldaten.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen