Trotz ungelösten Konflikts: Warnstreik bei CityLine zu Ende

Der Flugbetrieb bei der Lufthansa-Tochter läuft wieder normal. Trotzdem: Eine Annäherung zwischen Unternehmen und Piloten gibt es nicht.

Heben wieder planmäßig ab: Flugzeuge von Cityline. Bild: ap

BERLIN Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat ihren 36-stündigen Streik bei der Lufthansa-Regionaltochter CityLine am Freitagmittag beendet. "Unmittelbar danach normalisierte sich der Flugbetrieb", sagte Konzernsprecherin Claudia Lange der taz. Zuvor seien am Vormittag 140 von insgesamt 170 Flügen ausgefallen. Die CityLine-Piloten fordern, ihr Gehalt so weit anzuheben, dass sie in etwa so viel verdienen wie ihre Kollegen bei der Konzernmutter.

"Der Streik ist erfolgreich verlaufen", erklärte die Leiterin Tarifpolitik bei der VC, Ilona Ritter. "Das Signal, dass unsere Piloten geschlossen für ihre Forderungen eintreten, ist rübergekommen." Der Arbeitgeber habe sich aber noch nicht gemeldet, sagte die VC-Funktionärin. "Wir werden ihm jetzt ein bisschen Zeit geben." Die Gewerkschaft will erst wieder offiziell mit dem Unternehmen verhandeln, wenn es ein deutlich besseres Angebot vorlegt. Die CityLine-Geschäftsführung hatte zuletzt 5,5 Prozent mehr Geld bei 18 Monaten Laufzeit sowie eine Einmalzahlung von 5.000 bis 7.000 Euro angeboten. Die VC nennt keine Prozentzahl, sondern fordert eine "substanzielle Erhöhung" und eine neue Systematik bei der Vergütung. "Die CityLine-Piloten haben Nachholbedarf gegenüber ihren Kollegen bei der Konzernmutter", so Ritter.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber zeigte sich unnachgiebig. Die Streikenden sollten ihr Gehaltsniveau mit dem der Konkurrenz vergleichen, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Sie verdienen bereits in der Größenordnung 20 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare Piloten im Regionalverkehr."

Die 740 CityLine-Piloten gucken aber lieber auf ihre Kollegen beim Mutterkonzern. Und da schneiden sie in der Tat oft schlechter ab. Das Einstiegsgehalt bezifferte Unternehmenssprecherin Lange bei der CityLine auf 50.000 Euro und bei der Lufthansa auf 6.000 Euro mehr. "Der Unterschied liegt unter anderem daran, dass die CityLine kleineres Fluggerät und damit höhere Stückkosten hat", sagte Lange. Zwar wolle das Unternehmen auch bei der CityLine kleinere Flugzeuge durch Maschinen mit rund 100 Sitzen ersetzen. "Aber wenn man dann die Pilotengehälter so stark erhöht, würde man den Kostenvorteil wieder zunichtemachen."

Mayrhuber holte zu einem Generalangriff auf Fachgewerkschaften wie die VC aus. Er verlangte von der Politik Regeln, wie Konflikte konkurrierender Gewerkschaften gelöst werden könnten. Sonst würden sich die Forderungen einzelner Berufsgruppen in vielen weiteren Unternehmen gegenseitig hochschaukeln. Erst vergangene Woche hatte die Gewerkschaft Ver.di den Konzern bestreikt. Deshalb werden wegen des Wartungsstaus auch am Wochenende noch Flüge ausfallen.

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