„Trostfrauen“-Mahnmal in Moabit: Weiter Zoff um die Statue

Japans Regierung hat erneut gegen das Denkmal für koreanische „Trostfrauen“ in Moabit protestiert. Der Streit um die Statue dauert seit einem Jahr an.

Bronzefarbene Frauenfigur auf Straße

Das Denkmal an der Birkenstraße in Moabit Foto: imago / Jürgen Ritter

BERLIN taz | Japans Regierung macht weiter Stimmung gegen die „Trostfrauen“-Statue im Bezirk Mitte. Laut der konservativen Tageszeitung The Mainichi soll sie beim Bezirksamt gegen die Genehmigung der Aufstellung bis September 2022 protestiert haben.

Das sei „nicht akzeptabel“, wird der Regierungsvertreter Katsunobu Kato von der Zeitung zitiert. Eine Sprecherin des Bezirks­amts stellt das gegenüber der taz anders dar: Die japanische Botschaft habe sich in zwei Schreiben „mit der Bitte um Information an uns gewandt, die sie selbstverständlich erhielt“.

Die Statue an einer Straßenecke in Moabit zeigt eine von 200.000 Sexsklavinnen der japanischen Armee im 2. Weltkrieg. Aufgestellt hat sie im Spätsommer 2020 der Korea-Verband – mit einer Genehmigung für ein Jahr. Nach Protesten der japanischen Regierung knickte der Bezirk ein, widerrief die Genehmigung wegen einer „konkreten Störung der guten Beziehungen Deutschlands zu Japan“ und verlangte die Entfernung der Statue.

Es folgten Demonstrationen gegen diese Entscheidung vor Ort, Kritik von Wissenschaftlern und aus Japan selbst sowie eine Online-Petition. Daraufhin beschloss die BVV, das Denkmal mit einer veränderten Begleittafel, die auf sexualisierte Kriegsgewalt generell hinweist, perspektivisch dauerhaft zu genehmigen – vorerst aber für ein weiteres Jahr.

Erst ein Kunstwettbewerb?

Die zuständige Stadträtin Sabine Weißler (Grüne) erteilte die Genehmigung dafür, schrieb aber dem Korea-Verband, sie halte eine Verlängerung über September 2022 hinaus rechtlich nicht für möglich. Denn: Der dauerhaften Errichtung eines Denkmals müsse ein Kunstwettbewerb vorausgehe, so Weißler in dem Schreiben, das der taz vorliegt.

Gegenüber der taz relativierte das die Bezirkssprecherin. Das Jahr solle genutzt werden, mit dem Senat über einen Wettbewerb für ein Mahnmal zur sexualisierten Gewalt gegen Frauen zu verhandeln. Darüber hinaus sei der Bezirk mit privaten Flächeneigentümern über die dauerhafte Aufstellung des aktuellen Mahnmals in Verhandlung.

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