: Treue Bewacher und Beißmaschinen
Die Australier handelten schnell. Nachdem vor gut zehn Tagen ein Bullterrier ein zwei Monate altes Baby mit Bissen ins Gesicht und in den Nacken tötete, wurde die Einfuhr von Bullterriern ins Land Down Under vorerst gestoppt. Der Minister für Naturressourcen, Alan Griffith, kündigte an, er werde im Kabinett für ein endgültiges Verbot von beißwütigen Tölen wie Bullterriern eintreten. Der Minister erkannte sehr richtig, es gebe überhaupt keinen vernünftigen Grund, solche Hunde einzuführen. Australische Killerköter-Fans führen jedes Jahr etwa 100 Bullterrier ein. Wenn der mutige Griffith dem nun einen Riegel vorschiebt, braucht er nur noch die Züchtung der vierbeinigen Waffen zu verbieten, dann wird sich das australische Bullterrier-Problem in einigen Jahren von selbst lösen. Bei uns sind wir natürlich noch längst nicht soweit. Die Köterfraktion ist mächtig. Hier kann sich jeder Depp einen Kampfhund besorgen und ihn so lange quälen, bis er die entstandene Beißmaschine dann stolz durch die Straßen spazierenführen kann. Aber nicht nur diese zwei- und vierbeinigen Monster sind gefährlich. In Frankfurt hatte letzten Freitag die Besatzung eines Rettungswagens große Schwierigkeiten, einer bewußtlosen älteren Frau, die auf der Straße zusammengebrochen war, zu helfen. Die Dame wurde von ihrem großen Mischlingshund bewacht, und der ließ die Sanitäter nicht an sein Frauchen heran. Der Zustand der Frau verschlechterte sich zusehends. Schließlich überlistete ein Spaziergänger den blöden Bewacher. Er lenkte den zähnefletschenden Hund ab, so daß die Sanitäter der hilflosen Frau endlich helfen konnten. Allerdings wurde der mutige Passant vom Hund ins Bein gebissen, als er ihn an einem Zaun festbinden wollte. Er mußte ebenso wie die Frau in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Richtiges Pech hatte ein Hund im kalifornischen Adelanto. Sein Herrchen bekam Streit mit einem Nachbarn wegen einer Videokassette. Aus Rache schnappte sich der 29jährige Nachbar den Hund und tötete ihn. Nachdem er ihn geschlachtet, fein säuberlich zerlegt und lecker gewürzt hatte, schmiß er den Grill an. Den Kopf des Hundes spießte er allerdings auf den Zaun zum Nachbargrundstück. Als die Cops kamen, brutzelte immer noch Fleisch auf dem Grill. „Er sagte, das sei seine Art, den Nachbarn wissen zu lassen, daß er ihn beleidigt habe“, berichtete ein verdutzter Polizeisprecher. Das Hundefleisch sei „fast so gut wie Steak“, habe der Mann versichert. Karl Wegmann
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen