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Tote bei Brand im Böll-Haus

Drei Menschen in Flammen umgekommen / Gebäude in Köln gehörte inzwischen der „Sozialistischen Selbsthilfe Köln“ / Brandanschlag aus Rache vermutet  ■  Aus Köln Walter Jakobs

Bei einem Brand in einem Wohnhaus der „Sozialistischen Selbsthilfe Köln“ (SSK) sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zwei Männer und ein 22 Monate altes Kind ums Leben gekommen. Mitglieder der Selbsthilfe gingen gestern davon aus, daß Brandstiftung vorliegt. Der leitende Ermittler der Kölner Polizei, Fischer, erklärte gegenüber der taz, daß es über die Brandursache noch keine Erkenntnisse gebe. Ob Vorsatz oder Fahrlässigkeit im Spiel gewesen sei, sei noch nicht klar, auch Hinweise auf mögliche Täter gebe es bisher nicht.

Das Haus in der Overbeckstraße 40-42, in dessen Kellerräumen das Feuer ausgebrochen war, ist der SSK von Heinrich Böll geschenkt worden. Es gehört heute zur Heinrich -Böll-Stiftung. Die beiden Männer kamen offenbar direkt in den Flammen zu Tode, während das Kleinkind erst später im Krankenhaus einer Rauchvergiftung erlag.

Schon in der Vergangenheit hatte es zwei Brandanschläge auf das Möbellager der SSK gegeben. In beiden Fällen blieben die Ermittlungen nach Auskunft der Polizei erfolglos. In der Kölner Szene vermutet man einen Racheakt im Zusammenhang mit einer Hausbesetzungsaktion in der Domstadt. Am vergangenen Samstag war in Köln mit Unterstützung des Wohnungsnotplenums, in dem auch Mitglieder des SSK mitarbeiten, ein Haus besetzt worden. In der Nacht von Montag auf Dienstag hatte ein Sonderkommando der Polizei das Haus wieder geräumt. Im Verlauf einer Demo gegen die Räumung nahm die Polizei am Dienstag circa 35 Personen vorrübergehend fest. Augenzeugen berichteten der 'Kölner Stadtrevue‘, daß die Polizei dabei mehrere Personen schwer verletzt habe. Alle Festgenommenen waren in der Nacht zum Mittwoch wieder freigelassen worden. Einen Tag später brannte das SSK-Haus.

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