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Töchter bei der Arbeit

■ Lehrerkammer findet TöchterTag unprofessionell und aktionistisch

Heute ist erster „Hamburger TöchterTag“, und alle Schülerinnen der sechsten und siebten Klassen können mit ihren Eltern – oder anderen Verwandten und Freunden – zur Arbeit gehen und gucken, was die eigentlich den ganzen Tag so machen. Die Idee haben Gleichstellungssenatorin Krista Sager (GAL) und Schulsenatorin Ute Pape (SPD) aus den USA importiert, wo es ihn seit acht Jahren gibt.

Krista Sager leiht sich für diesen Tag gleich drei Töchter und geht mit ihnen zuerst ins Landesfunkhaus des NDR und dann zu EADS Airbus. Auch Lufthansa, Stadtreinigung, Hochbahn, Blohm & Voss, Landesbetrieb Krankenhäuser, ein Polizeikommissariat und viele andere Betriebe machen mit.

Aber es gibt es auch Kritik: Auf diese Weise Mädchen für IT-Berufe zu begeistern, ist eine Idee, die von der heilen Welt der freundlichen Väter mit qualifizierten Jobs ausgeht. Was ist mit denen, die Krach mit ihren Eltern haben, oder deren Väter und Mütter arbeitslos sind? Außerdem gibt es Zweifel, dass die Jungs in der Schule sinnvoll beschäftigt werden können.

Viele LehrerInnen sind außerdem beleidigt. Die Lehrerkammer kritisiert: „Blinder Aktionismus bringt nichts voran.“ Die Vorsitzende Margarete Eisele-Becker weist darauf hin, dass engagierte Lehrkräfte sich seit langem Gedanken darüber machten, wie man Mädchen auch auf andere als die typischen Mädchenberufe vorbereiten kann.

Die LehrerInnen sehen in dem „TöchterTag“ eine Geringschätzung ihrer berufsvorbereitenden Arbeit und kritisieren, dass der „TöchterTag“ kurzatmig, „ohne unterrichtlichen Zusammenhang und ohne Rücksicht auf die Jahresplanung der Schulen verordnet“ wurde. san

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