taz🐾lage: Tipp, tipp, hurra!
Wie man es auch dreht und wendet: Wirklich nachvollziehbar ist die Begeisterung für eine Fußballmannschaft ja nicht. Vor allem bei Länderturnieren wie bei der EM gerade. Was machen die Farben der Flagge mit einem, die Leistungen der Millionäre auf dem Grün, das Ergebnis eines Spiels, an dem man null beteiligt ist?
Doch es gibt Möglichkeiten, sich die Begeisterung aufzuzwingen: mit viel Schalalala, Bier oder – Geld. Finanzieller Einsatz beteiligt künstlich. Ja, Glücksspiel ist des Teufels. Aber erfreulicherweise gibt es das Tippspiel, die harmlose, ja, geradezu linke Art, sich für Fußball zu interessieren: freiwillig, gemeinwohlorientiert – für einen Sieg des guten Instinkts.
Geradezu logisch also, dass die taz eine betriebsinterne Tipprunde zur EM in Deutschland veranstaltet. 45 aktive und inaktive Tazler*innen aus allen Gewerken des Hauses machen mit. Zwei Punkte gibt’s für die richtige Tendenz, drei für die korrekt geschätzte Tordifferenz, ganze vier für das exakte Ergebnis. Hinzu kommen Bonusfragen: Wer wird Torschützenkönig? Wer kommt ins Halbfinale? Wer holt den Pokal?
Dem*der Tippkönig*in winkt am Ende Ruhm und ein kleiner Preis – welcher, wird aus Gründen noch geheimgehalten. Klar ist nur, dass viele vor dem zweiten Spieltag noch weit von einem Sieg entfernt sind, andere räumen ab. Manche sagten, sie hätten keine Ahnung von Fußball und sind nun überraschend gut. Andere träumen nachts von Bällen und bleiben glücklos. Ein Tippspiel ist ultimativ gerecht. Bauchgefühl kann Sachverstand schlagen, muss es aber nicht.
Dass das begeistert? Völlig nachvollziehbar. Konstantin Nowotny
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