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Tierschutz = Menschenschutz geht nicht auf

■ betr.: „Militant ohne Lederjacke“, taz vom 16. 6. 95

„Immer erfolgreicher im Spektrum der superlinken Weltanschauungen sind die ,Tierrechtler‘“, überschreibt Bascha Mika ihren Beitrag zu „autonomen Tierschützern“. In Siegen hat es eine Auseinandesetzung zwischen Linken und TierrechtlerInnen gegeben, mit der Erkenntnis, daß die Gleichung Tierschutz = Menschenschutz nicht aufgeht. Die Positionen von TierrechtlerInnen sind mit linken Inhalten unvereinbar.

Teile der Tierrechtsszene argumentieren vielmehr mit menschenverachtenden Diskurssträngen: gearbeitet wird mit dem KZ- Vergleich, der – ähnlich wie hinlänglich bekannte Positionen im Historikerstreit – mit zur Entsorgung von Geschichte beiträgt.

Ferner ist zu beobachten, daß man sich vorwiegend auf Peter Singer als „Vater der Tierrechtsbewegung“ beruft. Und dabei dessen Unterscheidung menschlichen Lebens in lebenswertes und lebensunwertes gleich mit übernimmt, eine Differenzierung, deren praktische Anwendung im Nationalsozialismus den Massenmord an mehr als 100.000 „geistig Behinderten“ bedeutete. Wenn Interviewpartner Jürgen Menschen und Tiere auf eine Stufe stellt, und dann auf die Frage, was mit halbtot von ihm befreiten Tieren geschehe, antwortet: „Wenn sie zu schwach sind, muß ein Tierarzt sie erlösen“, kann man erahnen, was mit zu schwachen Menschen passieren soll. Inge Jakowlew, Wilfried Maxim,

Marc Neumann, Matthias Streif,

Siegen

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