: Thema heute: Regionalisierung
Sag, großer Binnenmarkt: Wie hältst du's mit den Kleinen? Welche Chancen bestehen, daß in einem größeren Ganzen die Teile der Nationalstaaten ins Schwimmen geraten und sich neu zusammensetzen, quer zu den nationalstaatlichen Grenzen? Brüssel vergibt einen Teil seiner Pfründe bereits an grenzübergreifende Projekte. Mehr und mehr Regionen wollen direkt mit der EG verhandeln, ohne Umweg über die Zentralen. In Frankreich sollen die alten, vorrevolutionären Regionen aufgewertet werden, weil nur sie europafähige Einheiten seien. Die Jakobiner befürchten allerdings, daß sich der Staat unter dem Vorwand der Regionalisierung aus der Verantwortung stehlen könnte. Sie verweisen auf das Beispiel der sehr erfolgreichen „Ligen“-Bewegung in Italien: Die reichen Regionen fordern mehr Autonomie, um sich die armen Landesteile vom Hals zu schaffen. Großbritannien dagegen geht seinen eigenen Weg: Nach zwölf Jahren Thatcherismus hat London alle lokale Macht an sich gezogen. Die Labour-Lokalräte hoffen auf Europa.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen