: Taz-intern: Unter der Lupe
Weihnachten war die Premiere: die taz mit kleinerer Brotschrift. Monatelang diskutiert, nach wie vor umstritten, den Leserinnen vollmundig schmackhaft gemacht - jetzt kann sich jeder die Frage Quantität gleich Qualität? selbst beantworten.
Eine interessante Nebensächlichkeit, die den meisten taz -Lesern und -Macherinnen mangels entsprechender Fachausbildung unbekannt sein wird, sei hier angemerkt.
In der Fachsprache des graphischen Gewerbes werden die einzelnen Schriftgrade nicht nur mit der Größe in Punkt bezeichnet, sondern tragen zusätzlich einen Namen.
Die bishe
rige taz-Schrift,
9 Punkt, wird „Bor
gis“ genannt, eine Ver
stümmelung des Wortes
„Bourgeois“. Die neue
Schriftgröße, 8 Punkt,
nennt man „Petit“.
Die linke, radikale tages
zeitung auf dem Weg zur
kleinbürgerlichen Postille?
Wahrhaft radikal wäre eine
Schriftverkleinerung auf 6 Punkt gewesen. „Nonpareille“, d.h. unvergleichlich hätte sich die taz dann berechtigt nennen dürfen. So dümpelt sie weiter im Mittelmaß.
Gabriele Warnke
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