: Tauziehen um Verwaltungsreform
■ Die Zweiteilung der FU-Verwaltung soll zurückgenommen werden / Reformorientierte Beamte wittern Morgenluft
An der Freien Universität hat hinter den Kulissen ein heftiges Tauziehen um Posten und Kompetenzen in der Verwaltung eingesetzt. Fest steht, daß die ungeliebte Teilung der FU-Bürokratie in eine Medizinverwaltung und eine Verwaltung für nicht-medizinische Fächer zurückgenommen wird. Der Medizinkanzler wird abgeschafft. Die Konsequenz: Ressorts werden neu zusammengesetzt und Posten verteilt.
Die Teilung der Verwaltung war vor fünf Jahren eines der aufwendigsten Manöver von FU-Präsident Heckelmann und dem damaligen CDU-Wissenschaftssenator Kewenig gewesen, um die hochschulpolitische Wende durchzusetzen. Reihenweise waren damals Beamte, die als links oder reformfreudig galten, kaltgestellt oder aus dem Amt geekelt worden. Stattdessen waren Gefolgsleute Heckelmanns und Kewenigs auf leitende Verwaltungsposten gesetzt worden.
Sachlich war die Notwendigkeit der Verwaltungsteilung von Anfang an umstritten. Die rot-grüne Koalition beschloß daher, die Teilung wieder rückgängig zu machen - zumal deren Fehlschlag mittlerweile offenkundig ist: Anfang des Jahres nahm Medizinkanzler von Detmering resigniert seinen Hut und wanderte ab nach Lübeck, und wenig später rügte der Landesrechnungshof, daß durch die Teilung die FU-Verwaltung um keinen Deut effizienter geworden sei (taz berichtete).
Mit der nun anstehenden erneuten Verwaltungsreform wittern reformorienterite Beamte wieder Morgenluft. Doch auf der anderen Seite versucht FU-Präsident Heckelmann, auch dieser Verwaltungsreform noch seinen Stempel aufzudrücken. Am vergangenen Freitag scheiterte er allerdings im FU -Kuratorium mit seinem Vorhaben, einen unter seiner Federführung fertig ausgeführten Plan zur Neuaufteilung der Ressorts absegnen zu lassen. Der FU-Personalrat hatte dagegen protestiert und gefordert, daß erst einmal die Betroffenen in der Verwaltung gehört werden. So entschied das Kuratorium, daß die neue Verwaltungsstruktur erst im Juli beschlossen wird.
Einer der zentralen Streitpunkte ist zur Zeit die Frage, ob die unter Heckelmann forcierte Forschungsvermittlung (vor allem zur Privatwirtschaft) verstärkt werden soll. Bislang gibt es eine Stabsstelle beim Präsidenten, die sich darum kümmert. Heckelmann hat nun vorgeschlagen, daß daraus eine neue Verwaltungsabteilung gebildet wird. Das würde eine erhebliche Aufwertung und Ausweitung der Forschungsvermittlung bedeuten. Umstritten ist auch, wo die Forschungsförderung künftig angesiedelt werden soll. Bei der konservativen Verwaltungsreform vor fünf Jahren war sie aus dem Verwaltungsbereich Lehre und Studium herausgeschnitten worden. Die Frage, ob dies rückgängig gemacht wird, um Lehre und Forschung in der Verwaltung wieder unter einen Hut zu bringen, wird eine Machtfrage sein.
wist
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