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Tarifverhandlungen allerorten

Frankfurt/Düsseldorf/München (dpa/ap) — Für rund die Hälfte der westdeutschen Metaller sind Tarifabschlüsse unter Dach und Fach. Die Übernahme des Sindelfinger Pilotabschlusses mit 6,7 Prozent höheren Einkommen wurde bis gestern in fünf Tarifbezirken mit zusammen knapp zwei Millionen Beschäftigten vereinbart. Noch verhandelt wird nach Auskunft der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt in den Bezirken Niedersachsen, Hessen, Nordwestliches Niedersachsen, Rheinland- Pfalz, Saarland, Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten kündigte gestern in Düsseldorf landesweite Warnstreiks in der Süß- und Dauerbackwarenindustrie an. Die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Beschäftigten der Branche waren bereits im April gescheitert. Auch im Tarifkonflikt der Textilindustrie soll es vom kommenden Montag an Warnstreiks geben. Wie die Gewerkschaft Textil-Bekleidung gestern in Düsseldorf mitteilte, sollen nach den bisher drei ergebnislosen Verhandlungsrunden zunächst Beschäftigte in Baden-Württemberg von Montag bis Freitag zeitweilig die Arbeit niederlegen. Im Tarifbezirk Westfalen sind die Arbeitnehmer am Donnerstag der kommenden Woche zu flächendeckenden Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert für die rund 350.000 Beschäftigten der Branche in den alten Bundesländern zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie einen Stufenplan zur Einführung der 35-Stunden-Woche.

Das Schlichtungsverfahren im Tarifkonflikt der Druckindustrie ist bis gestern nachmittag ohne Ergebnis geblieben. Der als Schlichter angerufene Präsident des Bundessozialgerichts, Heinrich Reiter, bezeichnete den Spielraum bei den Gesprächen als gering. Die in München stattfindenden Verhandlungen wurden in Westdeutschland von Warnstreiks begleitet. Allein in Schleswig-Holstein und Hamburg legten nach Gewerkschaftsangaben rund 1.600 Beschäftigte die Arbeit nieder. Weitere Schwerpunkte lagen in Nordrhein-Westfalen und Baden- Württemberg. Die Industriegewerkschaft Medien fordert für die 180.000 Beschäftigten der westdeutschen und für die 23.000 Beschäftigten der ostdeutschen Druckindustrie elf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag ihr Angebot von 4,9 Prozent auf 6,7 Prozent erhöht und einen einmaligen Zuschlag angeboten. Unmittelbar danach hatte die IG Medien das endgültige Scheitern der Tarifrunde erklärt.

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