: Tante Emma sammelt nicht
■ Einzelhändler umgehen die Verpackungsverordnung
Berlin. »Schließlich können wir nicht mit dem Gummiknüppel in die Läden einmarschieren«, klagt Claudius Rapsch von der Senatsverwaltung für Umweltschutz. Bei Kontrollgängen der Behörde in 100 Einzelhandelsgeschäften waren insgesamt 55 Verstöße gegen die Verpackungsverordnung festgestellt worden. Schwarze Schafe seien dabei vor allem die kleineren Geschäfte. Bislang würden noch zu viele der überflüssigen Schachteln und Folien in die privaten Haushalte geschleppt. Grund dafür ist laut Prof. Dr. Lutz Wicke vor allem die Unkenntnis der Kunden über ihre Rechte. Laut Verpackungsmittelverordnung sind Einzelhändler seit April dieses Jahres verpflichtet, mit gut sichtbar aufgestellten Tonnen Umverpackungen zu sammeln. Der Kunde muß bereits an der Kasse mit deutlich sichtbaren Schildern auf dieses Angebot hingewiesen werden. Um das geplante Ziel zu erreichen, die Hausmüllmenge von derzeit 337 Kilogramm pro Kopf und Jahr zu halbieren, muß der Käufer verstärkt auf die Rücknahmepflicht bestehen. Immerhin mache der Verpackungsmüll gewichtsmäßig etwa ein Drittel und dem Volumen nach sogar die Hälfte des Hausmülls aus. Unter der Nummer 8298-265 oder -368 werden Verbraucherfragen zum Thema und Hinweise auf Verstöße gegen die Öko-Verordnung entgegengenommen. jaha
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