: Tanker soll gesprengt werden
■ Mexikos Behörden reichern Pazifik mit Schwefelsäure an
Mexiko (AFP) – Was der Sturm nicht geschafft hat, will jetzt die mexikanische Regierung erledigen: Der vor zwei Wochen gestrandete norwegische Tanker „Betula“ soll mit 4.000 Tonnen Schwefelsäure an Bord hundert Kilometer vor die Küste Mexikos geschleppt und dort in die Luft gesprengt werden. Lediglich die 300 Tonnen Öl, die sich ebenfalls noch auf dem Schiff befinden, will man abpumpen, sobald sich das Wetter beruhigt habe. Das Marineministerium gab gestern bekannt, daß der Tanker den Wirbelsturm „Calvin“, bei dem am Mittwoch 15 Menschen ums Leben gekommen waren, unversehrt überstanden habe.
Seit Dienstag blockieren die Fischer aus der Umgebung des Unglücksorts mit 30 Booten den Pazifikhafen Lazaro Cardenas, um gegen die Umweltverschmutzung und ihre Verdienstausfälle zu protestieren. Insgesamt beteiligen sich etwa 600 Fischer, von denen 50 bereits festgenommen wurden, an den Aktionen. Gestern spitzte sich die Situation weiter zu, nachdem die Behörden die Verhaftung von weiteren 525 Personen angeordnet hatten. Das sagte die Meeresspezialistin von Greenpeace in Mexiko, Martha Banuelos. Die Umweltorganisation hat „energisch gegen die absurde Situation“ protestiert, in der „die Opfer zu Schuldigen“ gemacht würden.
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