: Susi und die Schwestern
La Plagne (dpa) — Superlative im Eiskanal von La Plagne: Österreichs Neuner-Sisters feierten einen Familien-Triumph. Für Welt- und Europameisterin Susi Erdmann aus Oberhof blieb zum Trost die Bronzemedaille. Das schwächste deutsche Abschneiden in der olympischen Rodel- Geschichte seit 1964 konnte die 24jährige damit jedoch nicht verhindern. Ihre Bestzeit im letzten Lauf reichte nur noch zum dritten Platz hinter den Schwestern Doris und Angelika Neuner. Doch Susi Erdmann strahlte im Ziel, als sie von ihrem Freund, dem Bobfahrer Christoph Langen, mit einem dicken Kuß empfangen wurde. „Ich wußte, daß ich das Fahren nicht verlernt haben kann. Nachdem am ersten Tag alles schiefgelaufen war, gab es für mich nur noch eins: eine Medaille.“ „Ich habe von vornherein nicht mit Gold für Susi gerechnet. Eher schon mit Silber. Aber ihr Blackout beim ersten Start und der darauffolgenden Fahrt hat alle Hoffnungen zunichte gemacht“, sagte Bundestrainer Sepp Lenz. „Der Druck beim ersten Olympiastart war wohl zu groß, nachdem sie seit zwei Jahren bei allen Großereignissen ungeschlagen war.“ Da halfen auch die Rennschuhe von Olympiasieger und Teamkamerad Georg Hackl nicht, die sich Susi ausgeliehen hatte. In Susis Windschatten steigerte sich auch die Oberwiesenthalerin Gabriele Kohlisch, die im Schlußklassement den sechsten Rang einnahm. „Ich bin zwar enttäuscht, aber der sechste Platz gibt mir die Chance, bis 1994 weiterzumachen. Vielleicht klappt es dann besser“, sagte die 28jährige Seniorin im deutschen Team.
Nur noch 430 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen