: Subjektive Knast-Sicht
■ Häftlinge zur Eröffnung ihrer Fotoausstellung nicht zugelassen
zur Eröffnung ihrer Fotoausstellung nicht zugelassen
Fotos im Knast? Fotos im Knast! Sogar eine ganze Fotoausstellung im Knast. Zwei Jahre lang lichteten sechs Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt Neuengamme ihre Umgebung ab, seit Montag sind ihre Bilder in einer Werkhalle auf dem Gefängnisgelände zu sehen. „Subjektive Sichten“ heißt die Zusammenstellung, triste Sichten zeigt sie. Das Leben, eher das Nicht-Leben, drinnen, selten belichtet für die, die draußen sind.
Kein Verständnis? Ist es das, was die Justizbehörde dazu trieb, die Neuengammer Häftlinge von der Eröffnung ihrer Ausstellung auszusperren? Natürlich, diejenigen Gefangenen, die die Fotos gemacht haben, sind inzwischen entlassen oder in andere Anstalten verlegt. Aber ist das ein Grund, die anderen, die, um deren Lebenswelt es geht, nicht teilnehmen zu lassen? Oder war es die Absicht der Häftlinge, der Justizsenatorin bei der Eröffnung ein Schreiben zu übergeben, in dem sie sich für ihre Interessen einsetzen?
In der offiziellen Begründung habe es geheißen, die Gefangenen müßten zur Eröffnungszeit arbeiten, berichtet der freie Fotograf Dieter Schönrock. „Aber hätte man da nicht eine Pause einplanen können?“ Schönrock hat das Knast- Foto-Projekt angeschoben. Kultur- und Justizbehörde haben ihn unterstützt, aber der Ausschluß der Häftlinge hat ihn dann doch enttäuscht. „Ich hatte extra noch alkoholfreies Bier gekauft.“ Um ein bißchen zu feiern. Subjektive Sichten haben das verhindert. uex
Die Ausstellung „Subjektive Sichten“ ist noch bis Freitag in Neuengamme zu sehen, jeweils von 15-18 Uhr. Danach wird sie in der JVA Fuhlsbüttel gezeigt.
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