: Stürmische Zeiten
■ Mini-Beben belegen Einfluß des Treibhaus-Effekts auf das Sturmklima
Bremer und Hamburger Wissenschaftler wollen „handfeste Indizien“ dafür gefunden haben, dass die Wellen im Nordostatlantik in den letzten Jahrzehnten höher geworden sind. Dies könnte ein Beleg dafür sein, dass der Treibhauseffekt für die Zunahme von Stürmen verantwortlich ist.
Bislang war ein Beweis nicht gelungen. Wellenbeobachtungen von Schiffen und Leuchttürmen waren zu ungenau, Klimamodelle widersprüchlich. In einem im Wissenschaftsblatt „nature“ veröffentlichten Artikel zeigen die Forscher nun, dass Temperaturen, Stürme, Wellenhöhen und Mikroerdbeben klar zugenommen haben – „möglicherweise“ infolge stärkerer Stürme „im Kielwasser des Treibhauseffekts“.
Die Wissenschaftler – unter anderem von der Bremer Uni – waren dem Phänomen mit Hilfe seismographischer Aufzeichnungen auf die Spur gekommen: Ozeanbrecher und Brandungswellen versetzen die Erdkruste in Schwingungen. Diese „Mikroseismik“ wird seit langem festgehalten. Bei der Auswertung der Aufzeichnungen entdeckte man, dass zwischen 1978 und 1998, als die globale „Fieberkurve“ um 0,32 Grad Celsius in die Höhe schnellte, auch die Zahl der Tage mit starker mikroseismischer Aktivität zunahm.
Das lege einen Zusammenhang zwischen Treibhauseffekt und einem veränderten Sturmklima „wirklich sehr nahe“, so der Bremer Geophysiker Dr. Ingo Grevemeyer. taz
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