: Streit um Ukraine spaltet OSZE
Verhandlungen
taz | Am Ende gingen die Außenminister ohne Einigung auseinander: „Die Gemeinschaft der OSZE-Staaten ist gespalten“, sagte Generalsekretär Lamberto Zannier nach dem Hamburger Treffen des Ministerrats am Freitag. Grund dafür sei vor allem der Ukrainekonflikt. Ein gemeinsames Abschlusskommuniqué der 57 Teilnehmerstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit kam trotz verlängerter Beratungen nicht zustande. Ihr Gastgeber, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, veröffentlichte am Nachmittag lediglich eine separate Erklärung des Vorsitzenden.
„Hinsichtlich der Ukraine riefen die Minister alle Beteiligten dazu auf, ihre Verpflichtungen rasch umzusetzen. Sie äußerten ihre Anerkennung für die zentrale Rolle der OSZE“, heißt es darin. Der Ukrainekonflikt zeige aber auch, wie notwendig es sei, die Instrumente der Organisation weiterzuentwickeln und sie zu stärken.
Das Treffen, zu dem rund 50 Außenminister angereist waren, fand unter enormen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Über Aleppo geredet
Am Rande der Konferenz sprachen russische und amerikanische Vertreter auch über die Situation im syrischen Aleppo. Die Verhandlungen sollen am Samstag in Genf weitergehen. Es geht um eine Waffenruhe und den freien Abzug verbliebener oppositioneller Kämpfer aus dem Ostteil der Stadt. Sergei Lawrow sagte in Hamburg, die Chancen für eine Einigung stünden gut, falls die USA nicht kurzfristig „ihre Meinung ändern und neue Punkte auf den Tisch legen“.
Am Freitag gingen die Kämpfe in Aleppo allerdings noch unverändert weiter. Ein UN-Vertreter in Genf äußerte sich „tief besorgt über die Sicherheit der Zivilisten vor Ort“. Tobias Schulze
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen