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Still room for growth. Tuuut.

■ Ein Werbefilmchen geht hinaus in die weite Welt und transportiert das neue hanseatische Selbstverständnis

Ein kleiner Junge läuft an einem großen Tümpel entlang, läßt sein Spielzeugschiff zu Wasser und blickt dem Gefährt sehnsüchtig hinterher. Schnitt. Ein schon großer Junge sitzt, ganz Businessman, ganz wichtig, in seinem Büro am Hafen, dreht sich in seinem Chefsessel zum Fenster und blickt voll Ehrfurcht einem mächtigen Schiffskoloß entgegen. Tuuut. Schließlich intoniert eine zutiefst männliche Stimme „Still room for growth“. Schnitt. Ende.

Gemeint ist unsere Stadt, ja doch: Hamburg, das Tor zur Welt. Und das soll mit diesem 30-Sekunden-Werbefilmchen ins rechte Licht gerückt werden. Gestern hatte das von der Werbeagentur Springer & Jacoby inszenierte Kunstwerk Premiere — als Bestandteil der neuen hanseatischen Image-Kampagne. Auf-den-Tisch-Klopfen und ein einstimmiges „sehr gut, sehr gut“ attestierte den Machern, daß sie den Geschmack der Anwesenden getroffen hatten: Wirtschaftsleute, die zu Fragen der Journalisten- Gilde Stellung nahmen.

Mit der neuen Kampagne sollen einzelne Aspekte des Wirtschaftsstandorts Hamburg aufgezeigt und erläutert werden. Zum Beispiel das Luft- und Raumfahrtzentrum. Anzeigen, die sogar in Japan erscheinen werden, und Broschüren sollen Interessierten einen schnellen Überblick über die in der Hansestadt angesiedelten Branchen geben. Schlichtweg soll das „neue Selbstverständnis und Selbstbewußtsein der Hansestadt in die ganze Welt getragen werden“. Ein Service-Telefon — der Anrufbeantworterbegrüßungstext stammt vom Blankeneser Original Werner Veigel — ist Anlaufstelle für Anfragen aus aller Welt.

Die Art der Präsentation als entscheidender Faktor: „Es wird ohne marktschreierisches Imponiergehabe mit typisch hanseatischem Understatement, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Selbstironie, ein ehrliches Bild der Hansestadt publiziert.“ Gerüchte, daß die Umbenennung unserer Stadt in Porta Hanseatica geplant sei, wurden nicht bestätigt. Gregor Gerlach

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