: Städtebund: NATO go home
■ Der Kommunalverband fordert Verbot des „Fluglärmtourismus“ / SPD: Flug„reduzierung“ ist ein Witz
Hamburg (dpa) - Die geplante Reduzierung der Tiefflüge der Bundesluftwaffe um jährlich 1.000 Flugstunden ist am Wochenende als unzureichend kritisiert worden. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte, daß die NATO-Partner, die zwei Drittel der Tiefflugübungen im Bundesgebiet bestreiten, Tiefflüge künftig in ihren Heimatländern üben. „Der Fluglärmtourismus in die dichtbesiedelte Bundesrepublik muß verboten werden“, forderte der kommunale Spitzenverband. Solche Manöver sollten weitestgehend in dünnbesiedelte Regionen des Auslands oder auf See verlagert werden.
Die von Verteidigungsminister Rupert Scholz (CDU) angekündigte Reduzierung der Tiefflüge sei „mehr als ein Witz“, sagte der saarländische Innenminister Friedel Läpple (SPD). Die geplante Streichung mache bei 68.000 Flugstunden von Bundesluftwaffe und Alliierten nicht einmal zwei Prozent aus. Die Grünen im Bundestag sprachen von einer „regierungsamtlichen Schaumschlägerei“. Der „Tiefflug-Krieg gegen die Bevölkerung“ halte praktisch unvermindert an. Pressesprecher Franz Stänner wiederholte die Forderung der Grünen nach sofortiger Einstellung aller Tiefflüge über der Bundesrepublik. Außerdem müsse die Bundesregierung mit den Alliierten darüber verhandeln, daß diese ihre Piloten in den Heimatländern trainieren lassen, verlangte Stänner.
Der Abrüstungsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Hermann Scheer, sagte am Samstag in Bonn, daß eine zwischen Ost und West vertraglich vereinbarte deutliche Reduzierung der Luftstreitkräfte der einzige Weg sei, auf dem das Problem der Tiefflüge über der Bundesrepublik gelöst werden könne.
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