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Springsteen-Song gegen ICE-Terror„Oh Minneapolis, ich höre deine Stimme“

Der US-Rocker Bruce Springsteen hat den Protestsong „Streets of Minneapolis“ veröffentlicht. Er singt gegen Trump und die brutalen ICE-Einsätze.

„Antwort auf den Staatsterror“: Bruce Springsteen bei seinem Auftritt im Berliner Olympiastadion im Sommer 2025 Foto: Annette Riedl/dpa

dpa/afp/taz | US-Rocklegende Bruce Springsteen hat den Bürgern von Minneapolis eine Protesthymne gewidmet, in der er die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE auf Geheiß von Präsident Donald Trump verurteilt. In dem Lied „Streets of Minneapolis“ prangert der 76-Jährige unter anderem „König Trumps Privatarmee“ an, „die auf unseren Rechten herumtrampelt“, die „Besatzerstiefel“ trägt und „Pistolen an ihre Mäntel geschnallt hat“. Und er singt über eine brennende Stadt „unter den Stiefeln der Besatzer“, die im Winter gegen „Feuer und Eis (Ice)“ kämpfe.

Er spielt damit auf die rund 3.000 Bediensteten der Einwanderungsbehörde ICE und der Grenzschutzagentur CBP an, die die Trump-Regierung nach Minneapolis entsandt hatte, um Zuwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis aufzuspüren. Der Song hatte am Donnerstagmorgen schon mehr als 200.000 Likes auf Instagram.

„Oh Minneapolis, ich höre deine Stimme / die durch den blutigen Nebel schreit“, heißt es im Refrain des Springsteen-Songs. „Wir werden die Namen derer in Erinnerung behalten / die auf den Straßen von Minneapolis gestorben sind.“

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Springsteen „Streets of Minneapolis“

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Der Rocker schreibt auf seiner Webseite, dass der Song „den Menschen in Minneapolis, unseren unschuldigen Einwanderernachbarn und in Erinnerung an (die beiden von Bundesbeamten erschossenen US-Bürger) Alex Pretti und Renée Good“ gewidmet sei. Er habe das Lied am Samstag geschrieben, am Dienstag aufgenommen und am Mittwoch veröffentlicht – „als Antwort auf den Staatsterror“, von dem die Stadt im Bundesstaat Minnesota heimgesucht werde. Begleitet von „ICE out“-Rufen ruft Springsteen in dem Song dazu auf, „für dieses Land und den Fremden in unserer Mitte aufzustehen“.

Sowohl ICE als auch andere kooperierende Behörden stehen wegen der rabiaten Umsetzung von Trumps Abschiebepolitik mit martialischen Razzien in der Kritik. Der Protest gegen das Vorgehen der Bundesbeamten wurde noch lauter, nachdem Anfang Januar Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet wurde. Am vergangenen Samstag wurde dann der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten erschossen. Landesweit gingen daraufhin Menschen auf die Straße, um gegen Trump, seine Abschiebepolitik und das rigorose Vorgehen der ihm hörigen Behörden zu protestieren.

Rock gegen Trump

Springsteen ist seit Langem als Kritiker des US-Präsidenten bekannt. Auch im vergangenen Juni bei seinem Tourstopp in Berlin teilte er gegen den Republikaner aus, kritisierte Abschieberazzien und den Umgang der Regierung mit Demonstrationen in Los Angeles. „Sie setzen das amerikanische Militär auf Amerikas Straßen ein, basierend auf Unwahrheiten über eine ausländische Invasion“, sagte der Sänger damals im Olympiastadion vor Zehntausenden Fans. Die Aussagen waren ihm so wichtig, dass sie auf den Videoleinwänden neben der Bühne in deutscher Übersetzung zu sehen waren.

Springsteen ist ein Freund von Ex-Präsident Barack Obama, den er im Wahlkampf aktiv unterstützt hatte.

Der Songtitel „Streets of Minneapolis“ erinnert an das berühmte Springsteen-Lied „Streets Of Philadelphia“, das der Rocker für das Filmdrama „Philadelphia“ (1993) über die Aidskrise geschrieben hatte. Der Musiker gewann damit mehrere Preise, darunter den Oscar für den besten Originalsong.

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