taz🐾sachen: Sportfans am Montag
Montag ist Bundesliganachbereitungstag. Dann kommt der Chef aus dem Abo, der Medienredakteur, gelegentlich auch der Onlinekollege (alle Werder), dazu der Vertriebskollege, der bei Union war, der Seite-1-Redakteur (Clubberer), mein Layout-Kollege Bernd (FC) und dann wird gratuliert, bemitleidet und ausgewertet. Hertha (mein Verein) spielt immer eine Rolle, denn wenn die anderen ins Stadion gehen, ist meistens Hertha der Gegner, weil wir ja alle in Berlin wohnen. Nur für Hertha zu sein geht gar nicht, wegen der rechten Fantruppe Hertha-Frösche, die es seit gefühlt 100 Jahren nicht mehr gibt, aber noch nicht alle haben das bemerkt.
Es gibt aber Ausnahmen: Die Fotoredakteurin und ein Redakteur aus dem Berlin-Teil, beide Schwaben, sind sogar Dauerkartenbesitzer für das Olympiastadion. Aber unsere Sportredaktion hat offenbar zwei Prinzipien: Keine Berichterstattung über die Formel 1. Und keine über Hertha BSC. Sollten die mal Meister werden, steht das wahrscheinlich unter „was fehlt“. Montags auf der Sportseite kann man seit Saisonbeginn fast immer was über Dortmund lesen, was unseren Kollegen Uli aus dem Layout freut, der BVB-Fan seit Kindertagen ist, weil sein Vater ihn mit ins Stadion nahm.
Die meisten KollegInnen sind natürlich für Union Berlin oder Babelsberg und natürlich für Turbine Potsdam, und Länderspiele schauen sie nur zur WM oder EM. Oder man ist ganz gegen Fußball, da geht es doch nur ums Geld.
Aber am allerallerallerschlimmsten ist der Spruch: Fußball ist doch nur ein Spiel.
Jörg Kohn
leibesübungen 18, Zum Thema
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