Specht der Woche: Warten unter dem Regenbogen
Foto: Zeichnung: Christian Specht
Christian Specht, 45, ist politisch engagiert und unter anderem Mitglied im Behindertenbeirat in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg sowie im Berliner Rat der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet. Wenn er es zulässt, zeigt die taz sein Bild der Woche.
Ich habe die „Haltestelle der Toleranz“ der BVG gezeichnet, die am Nollendorfplatz steht. Sie ist in den Regenbogenfarben gestaltet und steht für die Rechte von Schwulen und Lesben.
Ich habe sie mir diesen Samstag zum ersten Mal angeschaut, eingeweiht wurde sie bereits vor einer Woche. Es sollte mehr solche Bushaltestellen geben, auch wenn das manche Leute nicht so toll finden. Aber dafür braucht man natürlich Sponsoren.
Es ist schön, dass die BVG diese Haltestelle bezahlt hat. Das habe ich ihnen auch persönlich mitgeteilt. Schwule und Lesben werden in der Gesellschaft immer noch ausgegrenzt. Manchmal gibt es auch Übergriffe in der Öffentlichkeit. Vor ein paar Jahren gab es auch mal Ärger mit dem Besitzer einer Eisdiele, der sich an knutschenden Pärchen gestört hat. Das war auch beim Nollendorfplatz. Da gab es dann nachher eine Demo. Vielleicht wurde der Standort der Haltestelle also bewusst ausgewählt.
Mit solchen bunten Bushaltestellen kann man Berührungsängste abbauen. Ich glaube auch, dass es in Parteien wie der CDU solche Ängste gibt. Von der Mitgliederbefragung, die die Partei zur Homo-Ehe durchführen will, halte ich gar nichts. Da haben Parteien doch gar nichts zu sagen.
MAF
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