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Sozialhilfe-Empfänger immer jünger

Die meisten Sozialhilfeempfänger leben in Billstedt, Wilhelmsburg, St. Pauli und im Kerngebiet-Mitte. Die wenigsten in Alstertal und den Vierlanden. Das geht aus dem ersten Armutsbericht* für Hamburg hervor, den Sozialsenator Ortwin Runde gestern vorstellte. Insgesamt ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger in den letzten 20 Jahren dramatisch gestiegen, hat sich von vormals 60 000 auf dem hohen Niveau von 180 000 eingependelt.

Dabei werden die Empfänger immer jünger. Waren es in den 70er Jahren überwiegend alte Menschen, so hat sich die Zahl der 25- bis 50jährigen Sozialhilfeempfänger verachtfacht. Erklärung: Während 1980 nur 3 Prozent aller Hilfeempfänger aufgrund von Arbeitslosigkeit Sozialhilfe bezogen, waren es 1990 fast 30 Prozent. Am stärksten stieg die Sozialhilfedichte allerdings bei den unter 7jährigen Kindern an: von 4,5 Prozent im Jahr 1975 auf 21 Prozent 1990. Gleichzeitig lebt fast ein Drittel der Alleinerziehenden von staatlicher Unterstützung.

1991 war aufgrund der guten Konjunktur erstmals ein leichter Rückgang um 5 500 Sozialhilfeempfänger zu verzeichnen. Angesichts der Wirtschaftsflaute und starken Zuwanderung von Menschen, so Runde, ließe sich hier aber kein positiver Trend prognostizieren. Ausländische Mitbürger sind besonders betroffen. Selbst abzüglich der Asylbewerber gibt es unter ihnen doppelt so viele Hilfeempfänger wie unter Deutschen. kaj

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