Sommerschulen in Berlin gestartet: Sommer, keine Ferien

In Sommerschulen sollen Kinder und Jugendliche die Lernrückstände durch den Corona-Lockdown aufholen. Die Teilnahme bleibt aber freiwillig.

Ferienarbeit: 11.500 SchülerInnen wollen in den Sommerferien etwas lernen Foto: picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

BERLIN taz | Sommer, Sonne, Badespaß – schulfrei? Am letzten Donnerstag haben die sehnlichst erwarteten Sommerferien in Berlin begonnen. In diesem Jahr jedoch werden die freien Wochen überschattet von den Folgen der coronabedingten Schulschließungen. Seit Mitte März wurde den Schüler:nnen viel abverlangt, um von zu Hause aus mit dem Lernstoff am Ball zu bleiben. Und die erschwerten Bedingungen haben jede Schüler:in nicht gleichermaßen getroffen, weil die Bedingungen zu Hause sehr unterschiedlich ausfielen, wie auch PädagogInnen immer wieder betont haben.

„Während der Coronazeit waren die Lernfortschritte bei vielen Schülerinnen und Schülern nicht so groß, wie sie es normalerweise gewesen wären“, räumt auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ein. An diesem Mittwoch ist sie in die Wilma-Rudolph-Schule nach Zehlendorf gekommen, um das Konzept der Sommerschulen vorzustellen, das mit Unterstützung von freien Trägern aus der Jugendhilfe realisiert wird.

Das Konzept sieht für Schüler:innen der ersten, zweiten sowie der siebten bis neunten Klassen freiwilligen Unterricht in Kleingruppen von maximal acht Teilnehmer:innen vor: bis zu drei Wochen lang jeweils 15 Stunden Vokabeln und Einmaleins statt Badesee.

Ziel ist es, all denen in den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch auf die Sprünge zu helfen, die durch die wochenlangen Schulschließungen den Anschluss zu verlieren drohen. Das Angebot richtet sich zudem explizit an Schüler:innen in den sogenannten Willkommensklassen, die oft einen Fluchthintergrund haben und daher besonderer Sprachförderung bedürfen.

Zwei Wochen Intensivunterricht

Schulleiterin Maria Kottrup meint: „Diese Initiative ist für den Moment absolut richtig. Sie wären überrascht, wie viel Lernstoff die Schüler:innen in zwei Wochen Intensivbetreuung nachholen können.“

An der Wilma-Rudolph-Schule haben sich von den 450 Schüler:innen der infrage kommenden Jahrgangsstufen bereits 90 angemeldet. Insgesamt haben sich laut Scheeres 11.500 SchülerInnen in Berlin angemeldet. Wer Bedarf hat, entscheiden letztlich die Lehrkräfte, die während der Schulschließungen mit Eltern und Kindern in Kontakt standen. Sie sind es auch, die gemeinsam mit Trägern der freien Jugendhilfe sowie Referendar:innen und Lehramtsstudierenden den Unterricht gestalten sollen.

Eine von den Sommerschulen-Lehrerinnen ist Ilayda Ki­ziltan, die an der Freien Universität Berlin Englisch und Physik auf Lehramt studiert. Für sie ist die Sommerschule eine Chance, Unterrichtserfahrung zu sammeln und sich in den Semesterferien etwas Geld dazuzuverdienen.

Aus ihrer Sicht ist der Bedarf da: „Gerade im Englischen bemerke ich die Defizite. Was Grammatik und Zeitformen angeht, benötigen einige wirklich noch Hilfe.“ Auch die Kinder selbst gestehen sich die eigenen Wissenslücken ein. So hat sich ein Schüler der Klasse aus eigener Initiative angemeldet. Ob er kommt, ist dann übrigens ihm überlassen – die Sommerschule ist freiwillig.

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