: Solidargemeinschaft Auto
■ Deutscher Straßenverkehr 50 Prozent zu billig
Berlin (taz) – 152,9 Milliarden Mark im Jahr muß die Allgemeinheit in Deutschland für den Straßenverkehr bezahlen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von zwei MitarbeiterInnen des Umweltbundesamtes (UBA) in Berlin. Berechnet haben sie das Ausmaß der finanziellen Schäden, die der Verkehr zum Beispiel durch Abgase, Lärm und Unfälle hervorruft. Nur etwa die Hälfte dieser Kosten wird durch Steuern und Abgaben abgedeckt, die die AutofahrerInnen bezahlen. Die andere Hälfte müssen alle BürgerInnen tragen – egal ob sie Auto fahren oder nicht. Würden die Kosten nach dem Verursacherprinzip angerechnet, müßte ein Liter Benzin etwa 1,10 Mark mehr kosten als heute.
Die Untersuchung wurde in diesem Umfang erstmalig angestellt. Burkhard Huckestein und Hedwig Verron trugen ihre Studie im letzten Oktober im Kreis der KollegInnen vor. Da einige Forscher im Haus aber methodische Bedenken gegenüber der Monetarisierung bestimmter Schäden anmeldeten, konnten sie ihre Expertise bisher nicht als UBA-Studie herausgeben. „Wir planen jetzt eine Privatveröffentlichung“, kündigte Huckestein an. Hannes Koch Seite 7
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