piwik no script img

Sofortvollzug für „Apachen“

Frankfurt (taz) - Trotz der aufschiebenden Wirkung der Klage der Stadt Wiesbaden gegen die jüngst beschlossene Stationierung von 100 US-Kampfhubschraubern des Typs „Apache“ auf dem Militärflugplatz Wiesbaden-Erbenheim ist das Bundesministerium für Verteidigung (BMV) offenbar entschlossen, diese Stationierung umgehend zu gestatten. In einem Telefonat mit dem zuständigen Verwaltungsgericht in Wiesbaden, über das vom Gericht eine Aktennotiz ausgefertigt wurde, teilte der Abteilungsleiter des BMV Dr.Schaefgen dem zuständigen Senat zwar mit, daß mit der Anordnung der sofortigen Vollziehung „in diesem Jahr wohl nicht mehr zu rechnen“ sei.

Dagegen informierte das BMV die US-Amerikaner aber schon am 11. Dezember dahingehend, daß nach der abschließenden Stationierungsentscheidung durch Verteidigungsminister Stoltenberg - einen Tag nach dem Bundestagsbeschluß - die Stationierung „schrittweise im Rahmen der militärischen Notwendigkeiten“ erfolgen könne. Daraufhin hatte die Army bereits Anfang dieser Woche vier Kampfhubschrauber nach Erbenheim gebracht.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen