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Skandale im Angebot

■ Warnstreiks in der Druckindustrie

Mit einer deutlichen Preissenkung erfreute gestern der Axel Springer Verlag seine B.Z.-Leser: Für das Boulevardblatt aus der Kochstraße in Kreuzberg mußten nur 50 statt gewohnter 70 Pfennig hingelegt werden. Die scheinbar noble Geste war jedoch den bundesweiten Warnstreiks in der Druckindustrie geschuldet. So erschien nicht nur die B.Z., sondern auch die Berliner Morgenpost aus dem Hause Springer mit verringertem Seitenumfang und Schwarzweiß- statt Farbfotos auf der Titelseite.

Unterdessen begannen gestern in Frankfurt am Main parallel zu den Arbeitsniederlegungen die Schlichtungsverhandlungen zwischen dem Bundesverband Druck und der Gewerkschaft. Mit einem raschen Ergebnis wird nicht gerechnet. Auch der als Schlichter eingesetzte Präsident des Bundessozialgerichts, Heinrich Reiter, erwartet langwierige Verhandlungen.

Während die IG Medien für die bundesweit 255.000 Beschäftigten der Druckindustrie Lohnerhöhungen um fünf Prozent fordert, beharren die Arbeitgeber auf ihrer „Beschäftigungsinitiative“. Damit soll neben flexibleren Arbeitszeiten auch mehr Samstagarbeit durchgesetzt werden. sev

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