piwik no script img

Selig in Papua-Neuguinea

■ Nach seinem erfolgreichen Auftritt in den Philippinen reist der Papst zu den Katholiken in dem pazifischen Inselstaat

Port Moresby (AFP/dpa/taz) – Noch herrscht Mangel an eigenen katholischen Heiligen in Papua- Neuguinea, aber Papst Johannes Paul II. hat gestern dafür gesorgt, daß sich dies ändern kann. Bei strömendem Regen kamen Tausende ins Sportstadion der Hauptstadt Port Moresby, wo der Papst den katholischen Laienprediger Peter To Rot selig sprach.

To Rot, der 1945 von Soldaten der damaligen japanischen Besatzungsmacht durch eine Giftspritze ermordet wurde, ist der erste Einwohner des Landes, der diese Ehrung der katholischen Kirche erfährt. In seiner Predigt gedachte der Papst der Opfer von Christenverfolgungen und pries den Einsatz derer, die ihren Glauben mit dem Leben bezahlt haben. Im übrigen hob er hervor, daß To Rot gegen die Legalisierung der Polygamie gekämpft habe.

In Papua-Neuguinea, dessen vier Millionen zählende Bevölkerung aus zahlreichen Ethnien und Volksgruppen besteht, gehören etwa neunzig Prozent christlichen Konfessionen an, davon sind ein Drittel Katholiken. Den zahlreichen im Lande befindlichen ausländischen Missionaren machen aber die tief verankerten traditionellen animistischen und magischen Glaubensvorstellungen zu schaffen.

Anläßlich der Seligsprechung To Rots – möglicher erster Schritt zur einer späteren Heiligsprechung – war der Dienstag zum Feiertag in Papua-Neuguinea erklärt worden. Die Behörden Neuguineas wiesen unterdessen Berichte über geplante Attentate auf den Papst oder eine akute Gefährdung seiner Sicherheit zurück. Am Eingang des Stadions war gestern ein mit einer geladenen Pistole bewaffneter Mann von den Philippinen festgenommen worden.

Der Papst war am Montag in Papua-Neuguinea, der zweiten Station seiner Reise nach Asien und in die Pazifikregion, eingetroffen. In Manila, der Hauptstadt der seit der spanischen Kolonisierung tief katholischen Philippinen, hatte er vor mehreren Millionen Menschen die Messe zelebriert. Heute setzt er seine Reise mit Besuchen in Australien und Sri Lanka fort.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen