: Selbstkritische Töne in Peking
■ Auftakt des Nationalen Volkskongresses in China: Probleme sollen nicht mehr „brutal“ gelöst werden
Peking (rtr/taz) – Ungewohnte Akzente haben gestern den Auftakt der diesjährigen Sitzung des Nationalen Volkskongresses in China geprägt. Ministerpräsident Zhu Rongji kündigte in seiner Rede zur Lage der Nation einen entschlossenen Kampf gegen Kriminalität und Korruption an. Angesichts vieler Klagen aus der Bevölkerung wandte er sich gegen diktatorische Methoden zur Lösung der Probleme des Landes. Zhu sagte, die Verantwortlichen in Peking und den Provinzen könnten die Probleme nicht „in vereinfachender und brutaler Weise“ lösen. Unter den Delegierten des Volkskongresses wurden vor allem Fragen der Arbeitslosigkeit, der Korruption und des Umweltschutzes diskutiert.
Für die Sitzung des Volkskongresses wurden strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Allein in diesem Jahr starben bei acht Bombenanschlägen in China 33 Menschen. Bericht Seite 11
Reportage über Bauernproteste in China S. 13
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen