piwik no script img

Schweinigeleien

■ Tierseuche: CDU beantragt eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses

Die CDU stürzt sich wahlkampfgemäß auf die Panne beim Umgang mit der Maul- und Klauenseuche. „Wegen der aktuellen Fehler der Gesundheitsbehörde“ beantragte sie gestern eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses der Bürgerschaft. Unterdessen ist es der Behörde in Hamburg gelungen, 88 der 292 Tonnen unkontrolliert nach Deutschland gelangten Schweinefleisches sicherzustellen. Nach 30 Tonnen werde noch geforscht, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Stefan Marks, gestern. Der Rest wurde in andere Bundesländer geliefert.

Zu der Panne war es gekommen, als Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde den Verbleib von 290 Tonnen britischen Schweinefleisches untersuchen sollten, das vor dem Bekanntwerden der Maul- und Klauenseuche importiert worden war. Sie stellten fest, dass das Fleisch die Zerlege-Betriebe bereits verlassen hatte – und ließen es gut sein.

„Angesichts der wochenlangen BSE-Diskussion ist mir schleierhaft, wie es zu dem Fehlverhalten kommen konnte“, schimpfte der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Wolfgang Beuß gegenüber der taz hamburg. Beuß verlangte die „lückenlose Auklärung dieser bodenlosen Schweinerei“. Insbesondere solle die zuständige Senatorin Karin Roth (SPD) die Konsequenzen offenlegen, die sie in ihrer Behörde aus dem Skandal zu ziehen gedenke. In das dortige Organisationschaos müsse „Zug reingebracht“ werden. Roth räumte Versäumnisse ihrer Behörde ein, lehnte aber einen Rücktritt ab.

Bei dem in Hamburg konfiszierten Fleisch handelt es sich zum großen Teil um Halbfertigprodukte wie Schinken. Nach Angaben von Marks muss dieser nun reifen und kann dann voraussichtlich freigegeben werden. Voraussetzung sei, dass der ph-Wert bei sechs liege. Dadurch würden die Viren, die die Seuche auslösen, zerstört.

Die Behörde wies darauf hin, dass die Maul- und Klauen-Seuche für Menschen ungefährlich ist. Im Freihafen sind derweil in der vergangenen Woche weitere 36 Tonnen britischen Fleisches aus dem Verkehr gezogen worden. 20 davon wurden bereits auf die Insel zurück geschickt. knö

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen