Schule: Zweiter Test für Matheprüfung
Am Montag Morgen schreiben 28.000 Zehntklässler die zentrale Prüfung erneut.
Ab 11 Uhr wird gerechnet: Rund 28.000 Schüler müssen an diesem Montagmorgen die Mathematik-Prüfung für den Mittleren Schulabschluss wiederholen. Die Bildungsverwaltung hatte die erneute Klausur angeordnet, weil vor der ersten Prüfung am 11. Juni an 87 von 346 beteiligten Schulen die Aufgaben für die Zehntklässler vorab in den Besitz von Schülern gelangt waren. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg bestätigte diese Entscheidung am Freitag in letzter Instanz. Trotz ihrer Kritik an diesem Urteil rieten Elternvertreter und die Bildungsgewerkschaft GEW davon ab, die Prüfung zu boykottieren. "Das bringt nur Nachteile", sagte GEW-Landeschefin Rose-Marie Seggelke.
Ein Sprecher der Schulverwaltung sagte am Wochenende, der Senat habe "das Menschenmögliche getan", damit sich die Panne nicht wiederhole. Nach Informationen des Tagesspiegels sollen die Schulleiter die Weisung haben, die Aufgaben am Montag persönlich in Empfang zu nehmen. Der Sprecher von Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) versprach außerdem, mit Hochdruck nach dem "Leck" zu suchen, durch das die Aufgaben an Schüler gelangt seien.
Zöllner hatte einräumen müssen, dass die Prüfungsaufgaben "im Internet, auf der Straße, im Schulgebäude und per Handy kostenfrei und auch gegen Geld" angeboten worden seien. Der Vorsitzende des Landeselternausschusses, André Schindler, sagte, der Senator sei den Schülern eine konsequente Aufklärung schuldig. Er bezweifle aber, dass es dazu kommen werde.
Der Berliner Psychologe Peter Walschburger hält die Wiederholung der Prüfung ohnehin für sinnvoll. Die Schüler sollten lernen, sich der Herausforderung zu stellen, "auch und gerade dann, wenn sie belastend ist und die Angst vor Versagen groß", sagte er und kritisierte das Bemühen vieler Eltern, gegen die Prüfung vorzugehen.
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