piwik no script img

Schröder hört das Rütteln nicht

BERLIN taz ■ Noch vor ein paar Jahren rüttelte Gerhard Schröder als Ministerpräsident am Tor des Kanzleramtes. Gestern überhörte der heutige Bundeskanzler geflissentlich 100 Jugendliche, die an den Toren des Willy-Brandt-Hauses in Berlin rüttelten. „Wir müssen mit dem Kanzler sprechen“, forderten Schüler des hessischen Bündnisses gegen Ausbildungsplatzmangel und Jugendarbeitslosigkeit.

Die Besetzung der SPD-Zentrale fiel aber aus. Schilder am Eingang informierten, dass der Zutritt nicht möglich sei. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Politiker uns mit unseren Problemen allein lassen“, konstatierte Max Vozeler, Stadtschülersprecher in Darmstadt. Prompt blockierten die Jugendlichen das Willy-Brandt-Haus mit einer Mauer aus rot-grünen Pappkartons – nur ein kleines „Leerstellenloch“ ließen sie offen. „Die SPD vertuscht die Lehrstellenkrise mit ihrem lächerlichen Jump-Programm“, schimpften die Kids. Und weil nur einer Delegation von fünf Leuten Einlass gewährt werden sollte, zogen die Hessen spontan vors Brandenburger Tor. Das stand offen. FROH

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen