piwik no script img

Schlägerei mit tödlichen Folgen bei Straßenfest

■ Nach einer Schlägerei am Rande eines Straßenfestes starb ein Anwohner / Haftbefehl gegen 22jährigen Mann erlassen

Wegen dringenden Tatverdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ist am Mittwoch Haftbefehl gegen den 22jährigen Carsten Z. erlassen worden. Aus dem Vorwurf und der Tatsache, daß der Beschuldigte in einem besetzten Haus in Charlottenburg gemeldet ist, zimmerte die Springer Presse gestern kurzerhand: „Hausbesetzer unter Mordverdacht“. Hintergrund der Verhaftung von Carsten Z. ist eine schwere körperliche Auseindersetzung am vergangenen Samstag abend am Rande des Straßenfestes in der Kreuzberger Fichtestraße. Ein in die Schlägerei verwickelter Anwohner der Fichtestraße, der 32jährige Peter S., war am Sonntagmorgen tot in einem Kellerschacht in der Graefestraße aufgefunden worden. Die Obduktion ergab, daß er an einem Messerstich verblutet war.

Nach Informationen der taz soll alles damit begonnen haben, daß Peter S. von seinem Balkon aus rechtsradikale Sprüche in Richtung des Straßenfestes gemacht hatte. Carsten Z. soll daraufhin in den entsprechenden Hauseingang gegangen sein und wenig später völlig zerschlagen und blutüberströmt wieder herausgelaufen sein. Er soll von zwei Männern verfolgt worden sein. Auf der Straße soll es dann zwischen den Männern und Teilnehmern des Festes zu einer Schlägerei gekommen sein, plötzlich soll Peter S. schnell weggelaufen sein. Der verhaftete Carsten Z. soll an der Schlägerei nicht beteiligt gewesen sein. Während die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, daß Carsten Z. an der Schlägerei auf der Straße beteiligt war, verfügt die taz über gegenteilige Informationen. Sicher ist, daß er zur Behandlung seiner Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden ist.

Die Polizei teilte mit, daß der Bruder von Peter S. bei einem an der Schlägerei Beteiligten ein Messer gesehen habe. Kurz darauf habe sich Peter S. zusammengekrümmt und sei geflohen. Zwei weitere Tatverdächtige, nach denen am Mittwoch noch gefahndet worden war, haben sich gestern freiwillig gestellt. Es handelt sich um Evelyn H. (24) und Holger M. (25). Der gegen die beiden anhängige Haftbefehl wegen Beteiligung an einer Schlägerei wurde auf Antrag des Staatsanwalts außer Vollzug gesetzt.

plu

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen