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Scharon spielt mit dem Feuer

Israels Luftwaffe bombardiert syrische Radarstation im Libanon als Vergeltung für vorherigen Angriff der Hisbullah. Libanons Staatschef Lahoud warnt vor einer „generellen Konfrontation“

BERLIN taz ■ „Syrien und die Palästinenser müssen begreifen, dass sich die Spielregeln geändert haben“, erklärte dürr ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. In der Nacht zum Montag hatten israelische Kampfflieger eine syrische Radarstation im Libanon angegriffen. Vier syrische Soldaten wurden verletzt, mindestens einer getötet. Es war der erste Angriff auf eine syrische Militäreinrichtung seit 1996.

Der Schlag sollte die Vergeltung sein für einen Angriff der schiitischen Organisation Hisbullah auf einen israelischen Militärposten am Samstag, bei dem ein israelischer Soldat umgekommen war. Die im Südlibanon operierende Hisbullah wird von Syrien unterstützt.

Selbst innerhalb seines eigenen Kabinetts stieß Scharon nicht auf reine Zustimmung: Außenminister Schimon Peres und Verkehrsminister Efraim Sneh stimmten dagegen, allerdings nur wegen des Zeitpunkts der Angriffe: Gestern sollten die Gespräche zwischen palästinensischen und israelischen Sicherheitschefs wieder aufgenommen werden, ferner wurde der jordanische Außenminister Abdul Ilah Chahib zu einem Staatsbesuch in Israel erwartet. Chahib wollte einen jordanisch-ägyptischen Plan zur Beilegung der palästinensisch-israelischen Feindseligkeiten vorlegen.

Die Reaktionen auf den Angriff fielen harsch aus: Nach einem Gespräch mit dem syrischen Staatspräsidenten Baschir al-Assad erklärte der libanesische Präsident Emile Lahoud, der Angriff zeige Scharons „mörderische Methode“, und warnte vor einer „allgemeinen Konfrontation“ im Nahen Osten, der syrische Außenminister Farouq asch-Schara bezeichnete ihn als „schwer wiegende Verletzung“ des internationalen Rechts. Der US-Botschafter in Beirut, David Satterfield, rief alle Seiten zu „höchster Zurückhaltung“ auf.

ANTJE BAUER

brennpunkt SEITE 3, meinung SEITE 10

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