piwik no script img

Schanzenfest mal zwei

Feiern für und gegen die Piazza: Zum ersten Mal gibt es dieses Jahr zwei Straßenfeste am Schulterblatt

Kein Kommerz, keine Fressmeile, dafür Flohmarkt und Infostände: Nach außen werden die beiden Schanzenfeste einander wohl ähnlich sein. Doch die Einweihung der Piazza am 24. August und die zum vierzehnten Mal stattfindende autonome Stadtteilfeier am 31. August unterscheiden sich nicht allein im Datum – und auch nicht nur in der Haltung zur Neugestaltung des Schulterblatts.

Die beiden Feste stehen für zwei unterschiedliche Strategien der politischen Einflussnahme: für Kompromiss auf der einen und Widerstand auf der anderen Seite. Die Mitglieder im „Sanierungsbeirat Schulterblatt“, VeranstalterInnen der ersten Feier, haben seit 1999 den Interessenausgleich mit der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) gesucht und feiern jetzt das Resulat: den renovierten Schulterplatz.

Die Gruppe „Autonome Stadtteilaktive“ dagegen, die eine Woche später feiert, sieht in dem aus AnwohnerInnen und Geschäftsleuten zusammengesetzten Beirat ein Instrument städtischer Ordnungsspolitik. Sichtbares Symbol sei die neue Piazza – und erstes Opfer die Drogenhilfeeinrichtung „Fixstern“. Einig sind sich beide Veranstaltergruppen immerhin darin, dass die Grenzen zwischen ihren politischen Zielen zum Teil fließen. Ob sie mal bei der jeweils anderen Feier vorbeischauen? MAW

Für beide Feste werden noch MitgestalterInnen gesucht. Kontakt zum Sanierungsbeirat: ☎ 4313 5290. Die Gruppe „Autonome Stadtteilaktive“ trifft sich dienstags um 19 Uhr in der Roten Flora.

Nur noch 430 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen