Schalke gegen Wolfsburg 2:2: Torjäger trifft wieder

Schalke kommt in der Nachspielzeit gegen solide Wolfsburger zum Ausgleich. Der vielgeschmähte Kuranyi avanciert zum Mann des Spiels.

Die Fans feierten Stürmer Kevin Kuranyi. Bild: dpa

GELSENKIRCHEN taz Am Ende fühlte es sich an wie ein Sieg. Denn eigentlich hatten die Schalker dieses Spiel schon verloren als in der Nachspielzeit eine Ecke über den aufgerückten Manuel Neuer irgendwie bei Kevin Kurnayi landete. Der Stürmer schob dem Ball zum 2:2 ins Tor, die erste Heimniederlage der Saison war mit einem dramatsichen Schlusspunkt abgewendet. Aber es wird nicht lange dauern, bis die 60.000 Zuschauer, die ihre Team spontan feierten, erkennen, dass dies eines Meisterschaftskandidaten nicht würdig war. Kampf und Engagement reicht nicht mehr auf Schalke.

Dabei hatte es gar nicht schlecht angefangen. Die Schalker hatten ihre Mannschaft gegenüber der schwachen Uefa-Cup-Partie vom Donnerstag auf fünf Positionen verändert, und das tat dem Team merklich gut. Für Höwedes, den verletzten Pander, den gesperrten Ernst, Asamoah und Rakitic, spielten Krsajic, Kobiashvili, Westermann, Farfan und Jones, und diese runderneuerte Formation wirkte zunächst agil und willensstark. Und zumindest für eine Halbzeit hatte Schalke 04 sogar einen neuen Traumsturm gefunden.

Denn Kevin Kuranyi und Halil Altintop kämpften, ackerten und wirbelten, als ginge es schon um die Meisterschaft, und die beiden sorgten auch für die 1:0-Führung. Altintop legte wunderbar für seinen Sturmkollegen auf, der seinen ersten Treffer seit dem ersten Spieltag erzielen konnte (20.). Welch eine Last von den Schultern des Nationalspielers fiel, war seinem leidenschaftlichen Jubel anzusehen, und das bei der Bewertung Kuranyis oftmals überkritische Publikum feierte den Torschützen erstmals nach vilen Wochen wieder mit Sprechchören.

Lange Zeit hatte Schalke etwas mehr Ballbesitz, die Wolfsburger lauerten eher auf schnelle Gegenangriffe, daraus ergaben sich Chancen für beide. In der 10. Minute gelang Ashkan Dejagah ein Schuss, mit dem Manuel Neuer seine Mühe hatte, ehe der Torhüter bei der besten Wolfsburger Szene der ersten Halbzeit, einem Versuch von Zvjezdan Misimovic, Glück hatte, dass der Ball knapp über das Tor flog. Neuer absolvierte seinen ersten Einsatz in der laufenden Bundesligasaison nach seinem Mittelfußbruch und wirkte sicher wie eh und je.

Zu Beginn der zweiten Hälfte vertauschten die Teams dann für einige Minuten die Rollen, plötzlich verlagerte sich das Spiel in die Schalker Hälfte, und diese kurze Phase reichte dem VfL für den Ausgleich. Edin Dzeko verwandelte eine schöne Hereingabe von Ashkan Dejagah zum 1:1 (50.). Danach zogen die Wolfsburger sich wieder zurück in ihre Lauerstellung und es wurde ruppiger. Innerhalb weniger Minuten erhielten Sascha Riether, Misimovic und Bordon gelbe Karten, der Spielfluss war ein wenig dahin, bis der eingewechselte Caiuby nach einem schönen Konter das 1:2 erzielte (66.).

Es folgten wütende Angriffe der Schalker, und mal wieder benötigten sie einen Kraftakt Heiko Westermanns, der energisch in den Strafraum eindrang und von Ricardo Costa gefoult wurde (72.). Der Wolfsburger sah folgerichtig Rot, doch mit dem fälligen Elfmeter scheiterte der eigentlich sichere Schütze Rafinha an Diego Benaglio.

Am Ende verteidigten die dezimierten Wolfsbuger leidenschaftlich gestatteten den Schalkern aber kaum noch Möglichkeiten. Engelaar konnte nach 81 Minuten gefährlich schießen verpasste aber das Tor und Jefferson Farfan blieb wie schon während der gesamten 90 Minuten blass. Doch dann rückte Manuel Neuer auf in den generischen Strafraum, und irgendwie kam der Ball zu Kevin Kuranyi, der wie in besseren Tagen vollstreckte.

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