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Schachmatt den Drogen

■ Die FußballerInnen der »Drogenliga« eröffnen eine eigene Schachabteilung

Berlin. Im Verein ist Sport bekanntlich am schönsten. Dennoch bedarf es überhaupt keiner teutonischen Vereinsmeierei, wenn man/ frau organisiert Schachfiguren rücken möchte. Bei der »Drogenliga« geht es ohne zwanghaftes Funktionärsgetue. Die »Drogenliga«? — werden Fußballfreunde stutzen. Jawohl, die »Drogenliga e.V.«, eine bundesweit anerkannte Vereinigung ehemaliger Rauschgiftsüchtiger, die bislang exklusiv dem runden Leder nachjagte, hat sich nun eine Schachabteilung zugelegt. Auf diese expansive Idee kam Franz Kühnlein, ihr 3. Vorsitzender: »Ich spiele selbst seit drei Jahren in einem Club Schach und dachte mir, warum soll die ‘Drogenliga‚ nicht davon profitieren?« Vorerst auf ein Jahr beschränkt ist dieser Probeversuch, dann muß die »Drogenliga« entscheiden, ob sie — um das jüngste Kind anzuerkennen — ihre Vereinssatzung ändern möchte. Kühnlein weiß aus eigener Erfahrung, daß die Chancen für diese Art des königlichen Spiels nicht schlecht stehen: »Private Verabredungen zum Schach lassen sich nur selten einhalten.« Dem setzt er einen »zwanglosen Rahmen« in der Moabiter »Saftbar« entgegen, den vormals süchtige Kasparows und nichtsüchtige Karpows mit guter Stimmung und blitzenden Gedanken ausfüllen sollen. Nur eines müssen die SchacherInnen beachten: Wie bei den Drogenliga-Kickern sind am Brett Gewalt und Drogen verpönt! Jürgen Schulz

Montags, 19.30-22 Uhr, »Saftbar«, Rostocker Str. 40, Moabit

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